(Rumpf geht hinaus.)
Leopold. So komm ich her spornstreichs auf Seitenwegen,
Verborgen, unerkannt, und bring Euch Hilfe,
Und Ihr verschließt die Pforte mir, das Herz?
Ja denn, noch ist ein Kriegsheer Euch bereit,
Mit Müh' halt ich's in Passau nur zurück.
Ein Wort von Euch und tausend Schwerter flammen
Zu Euerm Schutz, zum Schutz der Majestät.
Doch wenn Ihr auch den Retterarm verschmäht,
Stoßt nicht zurück das Herz, die Kindestreue.
Laßt mich, das Haupt gelehnt an diese Pfosten,
Nicht glauben Eure Brust sei hart wie sie.—
Die Türe wird bewegt—sie öffnet sich—Mein Vater!
(Er stürzt in das Kabinett, dessen Türe sich hinter ihm schließt.)
Julius (mit gefalteten Händen).
O daß nun nicht der Groll, gekränkte Würde,
Und die Empfindung, die, wenn aufgeregt,
Gern übergeht in jegliches Empfinden:
Von hart zu weich, von Innigkeit zu Zorn,
Ihn hinreißt einzuwill'gen in das Schlimmste:
Zu handeln, da's zu spät.
Rumpf (Zur Türe hereinsprechend).
Herr Bischof Klesel.
Julius. Nicht jetzt, nur jetzo nicht!
Rumpf. Sie lassen sich
Abweisen nicht.
Klesel (eintretend).
Nein wahrlich, in der Tat.
Julius (ihm entgegen tretend, mit gedämpfter Stimme).
Ihr wagt es, Herr, hier in denselben Räumen,
Die Euer Rat mit Zwietracht angefüllt—
Klesel. Ich komme her im Auftrag meines Herrn.
Julius. Wollt Ihr den Kaiser zwingen Euch zu sprechen?