Julius. Die Derbheit ist nicht immer Redlichkeit.
Klesel. So ist sie denn Arznei, die schon als bitter,
Den langverwöhnten Magen stärkt und heilt;
Und Heilung war gemeint mit diesem Umschwung,
Man wird's zuletzt erkennen, hört man mich.
Wer den Ertrinkenden erfaßt am Haar,
Er hat gerettet ihn und nicht beleidigt.
(Rumpf kommt aus dem Kabinette zurück.)
Rumpf. Der Kaiser ist ergrimmt, er heißt Euch gehn,
Von seinem Antlitz fern der Strafe harren.
Der nächste Augenblick droht Euch Gefahr.
Klesel. Ich gehe denn. Den Frieden wollt' ich bringen,
Wählt man den Haß, so suche man nach Macht.
Die Strafe die man droht, sie liegt so fern,
Wir freuen uns indessen an dem Lohn. (Er geht.)
Julius. Es werden Stimmen laut im Kabinett.
Geht Ihr hinein, versucht es sie zu stören.
Ich fürchte dies Gespräch und seine Folgen.
(Erzherzog Leopold kommt aus dem Kabinette, in das sogleich Rumpf hineingeht.)
Leopold (einen Zettel in die Höhe haltend).
Ich hab's, ich hab's'
(Aus der Seitentüre links tritt Oberst Ramee heraus.)
Leopold. Ramee und nun die Pferde!
(Er nimmt seinen Mantel auf.)
Nichts teurer ist hierlands als der Entschluß,
Man muß ihn warm verzehren eh' er kalt wird.