Julius. Allein bedenkt, o Herr!
(Da der Kaiser den Schlüssel genommen hat und sich damit entfernt, ihm zur Seite folgend.)
Von einem Augenblick hängt ab sein Leben,
Und nicht sein Leben nur, sein Ruf, sein Wert.
Ihm selbst und jedem andern der ihm nah,
Liegt nun daran, daß er vor seinen Richtern
Erläutre was er tat und was ihn trieb,
Daß nicht wie ein verzehrend, reißend Tier,
Daß wie ein Mensch er aus dem Leben scheide,
Wenn nicht gereinigt, doch entschuldigt mindstens.
Ihm werde Spruch und Recht.
Der Kaiser (der auf den Stufen des Brunnens stehend, den Schlüssel hinabgeworfen hat, mit starker Stimme). Er ist gerichtet, Von mir, von seinem Kaiser, seinem— (mit zitternder, von Weinen erstickter Stimme) Herrn!
(Er wankt nach der linken Seite von Rumpf unterstützt, ab.)
Julius (auf die Stufen des Brunnens tretend und hinabsehend).
Es ist umsonst! Don Cäsar ist verloren.
Sprengt auf die Tür!—Und doch, es ziemt uns nicht
Dem Urteil vorzugreifen seines Richters.—
O daß er doch mit gleicher Festigkeit
Das Unrecht ausgetilgt in seinem Staat,
Als er es austilgt nun in seinem Hause.
Geht nur, es ist geschehn.
Hinder der Szene wird gerufen. Halt da! Zurück!
Julius. Was dort?
Der Kaiser aufgehalten von den Wachen?
Legst du die Hand an ihn, an den Gesalbten?
Das soll nicht sein, so lang ich leb und atme.
Mein letztes Blut für ihn. Zurück die Hände!
Sonst zahlst du deine Frechheit mit dem Tod.
(Er geht, die Hand am Schwert, nach der linken Seite ab.)
Verwandlung
Gemach in der Burg wie zu Anfang des dritten Aufzuges. Die nischenartige
Vertiefung rechts im Hintergrunde mit einem herabgelassenen Vorhange
bedeckt.