Bancbanus.
Hörst du? Geh hin! Ich schlicht indes die Fehde.
(Zu den Supplikanten.)
Ihr harret auf der Treppe, bis die Ruh',
Neu hergestellt, uns Muße gibt zur Rede.

(Er geht, die übrigen folgen.)

Erny.
Er geht.—Wo ist der Kämmrer, der mich rief
Zur Königin?—Gleichviel! Ich will nur hin!
Was kann der Prinz auch tun? Ich war wohl töricht!
Zurück zum Fest und ihm ins Aug' geblickt!
Du aber Gott, du gib mir Mut und Kraft,
Der Unbill zu begegnen mit Verachtung!
Gib, daß kein Wort, kein Wink, kein Laut
Bestät'ge was er meint und was er hofft!—
Doch erst das Haar geordnet und die Kleider,
Verraten möchten sie mein kindisch Zagen,
Des wär' er froh, allein da harre du!
(Im Vorgrunde stehend, und die Locken an den Fingern aufwickelnd.)
Sie glauben, weil ich selten sprech und wenig,
Ich könne mich nicht wahren, nicht verteid'gen.
Mein Vater sprach wohl oft: sie hat's im Nacken!
Ich hab es auch. Ihr sollt noch wahrlich sehn!
(Sie betrachtet noch ihre Schuhe.)
Nun ist es gut. Der Schuh sitzt fein genug!
Nun ist es gut! nun will ich nur hinein!

(Otto, der, während der letzten Worte, durch die Seitentüre rechts, leise eingetreten ist, nähert sich jetzt von hinten, ihre beiden Arme mit dem Äußersten der Finger berührend.)

Otto.
Verstärkt Ihr noch die Macht so vieler Reize?
O schmückt Euch nicht! wir sind schon wund genug!

Erny (links nach dem Vordergrunde zurückweichend).
O Gott! Er selbst!

Otto.
Ich bin's, und hochbeglückt,
Daß die Gelegenheit, so oft gesucht,
Und nie gefunden, günstig dar sich beut.

Erny.
So glaubt Ihr? Laßt mich! Ich will fort!

Otto.
O bleibt!

Erny.
Der Königin Befehl—