Otto.
Ihr blicktet nie nach andern, ei, ich weiß!
Ihr wart auch jene nicht, wie, oder doch?
Die, als man ihr beim Tanz die Hand—

Erny.
Ihr lügt!

Otto.
Verteidigt nicht, bevor man noch beschuldigt!
Die, als man ihr beim Tanz die Hand gedrückt,
Den Druck zurückegab. Ich fühlt' es, ja!

Erny.
So mögen diese Finger denn verdorren,
Und Feuer sie bestrafen, lohe Glut,
Wenn absichtslos sie und dem Willen fremd
Euch andres kündeten, als Haß und Abscheu!

Otto.
Als Haß und Abscheu. Gut! (Mit starker Stimme.) So gebt zurück denn
Die Haare, die Ihr stahlt von meinen Haaren!
Ich war nicht lang an diesen Hof gekommen,
Da sandt' ich zum Geschenk sie meiner Schwester,
In Kleinod sie zu fassen und Geschmeid.
Ihr aber glaubtet Euch allein und stahlt
Vom Putztisch Euch ein Pröbchen. War's nicht so?

Erny.
O Gott! Mein Gott!

Otto.
Das also wirkte!
O Heuchelei, du abscheuwürd'ges Laster,
Und doch in Euch so schön, wie all das Eure!
Laßt mich Euch danken für die schöne Sünde.
O alle Tugend gleicht ihr nicht an Reiz.
(Er kniet.)

Erny.
Mein Prinz!—O glaubt!—Doch steht vom Boden auf!
Daß jene Locke, kaum in meiner Hand—
Steht auf, ich bitt Euch!—daß ich sie verbrannt;
Daß ich—o Gott! mein Gott!—Steht auf!—Man kommt!
Soll ich mit Tränen Euch im Auge bitten?
(Mit dem Fuße auftretend.)
Ich will nicht, sag ich Euch. Ich duld es nicht!

Otto.
Ich soll Euch hören, und Ihr selbst verweigert's?

Erny.
Ich will Euch hören, nur steht auf vom Boden!