Bancbanus.
Kind, allzuviel geht gleich mit allzuwenig.
Laß ihn uns reizen nicht, er ist wie Flamme.
Und seine Schwester hängt, wie sehr, an ihm.
Nicht ich, es soll mein Weib nicht Unfried' stiften.
Ertrag, und übersieh ihn. Kurze Frist,
So send ich dich hinaus auf eins der Schlösser,
Dann bist du seiner quitt. Bis dahin: klug!
Man kommt. Laß niemand ahnen, was geschah;
Unbill, die man erträgt, war gar nicht da.
(Zwei Kämmerer öffnen die Seitentüre rechts. Die Königin tritt heraus, hinter ihr Herzog Otto, und der ganze Hof.)
Königin.
Hier also meine schöne Tänzerin?
Sehr früh verließt Ihr mich.
Bancbanus.
Sie ist nicht wohl.
Mit Eurem Urlaub führ ich sie nach Hause.
Königin.
Nach Hause geht nun alles, edler Rat,
Auch Eure Frau sonach. Glück auf, ihr Herrn!
Wir danken Euch, und hoffen's zu vergelten.
Otto (hat sich indes Ernyn genähert, die links im Vorgrunde steht.
Leise).
Nun Gräfin, meinen Brief.
Erny (laut).
Geht, ich veracht Euch.
(Wendet sich zu ihrem Gatten.)
Otto.
Verachten mich?—Auf Tod und Leben, halt!
(Er dringt durch die Gäste und ergreift Ernys Hand.)
Warum verachtet Ihr mich? Ihr! Warum?
Königin (indem sie zwischen beide tretend, sie trennt).
Unsinniger!—Folgt, Gräfin, Eurem Gatten!
Otto.
Nicht laß ich sie!