Otto.
Nach Deutschland kehr ich heim.
Sorgt ihr für euch! Was kümmert's mich?
Königin.
Nach Deutschland?
Und jeder Ausgang ist verwehrt, bewacht.
Otto (seine Beine betrachtend).
Ich will mir Schienen fert'gen lassen, dreifach Eisen,
Und Panzerhosen von geprobtem Stahl.
Der Stiefel schützt nicht g'nug.
(Mit dem Schwert an den Fuß klopfend.)
Es schmerzt wohl gar!
(Er greift mit der Hand nach der getroffnen Stelle.)
Königin.
Mann! wenn du es noch bist—zum mindsten Mensch denn!
Wahnsinnig mach mich nicht mit solchen Reden!
Weißt du auch, wo du bist? Was dich umgibt?
Von Pöbelhaufen sind wir rings umlagert,
Nach dir begehren sie, dich heischt ihr Grimm.
Das Schloß ist schlecht verwahrt, der Unsern wenig;
Geh du hinab, stell dich an ihre Spitze,
Wend ab, was droht.
Otto (aufspringend).
Daß sie mich fangen? töten?
Pfui über allen Tod! Durch Schwert, durch Feuer,
Durch Gift, durch Strick, durch Beil, pfui allem Tod!
Ei, ich will leben, ich!
(Er setzt sich wieder.)
Königin.
So lebe denn,
Bis uns das Unheil allesamt verschlingt!
Otto.
Wo ist dein Sohn? Das ist ein wackrer Schütz,
Mit seiner kleinen Armbrust. Ruf ihn her!
Er war zu Nacht bei meines Bettes Häupten,
Dort hielt er Wacht; und wenn die Gräfin kam,
Da spannt' er seinen Bogen, wie Cupido,
Und schoß nach ihr den Pfeil. Sie duckte sich,
Jetzt hier, jetzt dort! so war sie nicht mehr da.
Wo ist dein Sohn? Mich drängt es, ihn zu sehn.
(Der Schloßhauptmann.)
Königin.
Euch sendet Gott vom Himmel! Nun, mein Freund,
Habt Ihr die Meuter angeredet? Geben
Sie besserm Rat, sie ihrer Pflicht Gehör?
(Schloßhauptmann zuckt die Schultern.)