Ottokar.
Ich dacht', ich wär' in Stillfried.

Diener.
Wir ritten gestern durch in dunkler Nacht.
Jetzt liegt der Kaiser drinnen.

Ottokar.
Nun, Gott walt's!

Diener.
Ihr solltet dort ins Haus gehn, gnäd'ger Herr!

Ottokar.
Und daß mir niemand angreift, bis ich's sage!
Ich hab ihn hergelockt in diese Berge
Mit vorgespiegelter, verstellter Flucht.
Dringt er nun vor: die Mitte weicht zurück,
Die Flügel schließen sich—dann gute Nacht, Herr Kaiser!
Ich hab ihn, wie die Maus im Loch! Ha, ha!
(Er bricht in ein heiseres Lachen aus, das sich in ein Husten verliert.
Er reibt die Hände.)
's ist kalt! Hat niemand einen Mantel?
Vor Sonnenaufgang weht die Luft am schärfsten.
(Man gibt ihm einen Mantel.)
Ist das 'ne Sommernacht? Noch stehn die Stoppeln
Und schon so kalt! Sonst war der Sommer warm,
Der Winter Frost; jetzt tauschen sie das Amt.
Die Zeiten ändern sich und wir mit ihnen!
Hat man nicht Nachricht, wo die Königin
Sich hingewandt?

Diener.
Man weiß es nicht, mein König!

Ottokar.
Und Zawisch ist bei ihr?

Diener.
Ja, gnäd'ger Herr!

Ottokar.
Ich denke sie zu seiner Zeit zu treffen!
Will's noch nicht tagen?

Diener.
Überhin der March
Beginnt's zu graun; der Tag bricht an.