Elisabeth.
Und dann nach Lilienfeld,
Sie zu begraben in der Ahnen Gruft,
Wo Herzog Leupold ruht, der Sel'gen Vater,
Und, der der Babenberger Mannstamm schloß,
Ihr Bruder Friedrich, den sie Streitbar nennen.

Ottokar.
Das tu!—Und diesen Ring….

Milota (kommt).
Der Feind rückt an!

Ottokar.
Ich komme gleich. Geht nur! (Milota ab.)

Ottokar.
Und diesen Ring
Leg du von mir der Sel'gen in das Grab.

Elisabeth.
Ach Herr!

Ottokar.
Und wenn der Krieg sich hat entschieden,
Und ich es überleb, so komm nach Prag,
Daß ich die Treu' dir lohn an deiner Frau.
Jetzt muß ich fort!
(Er geht auf die Türe zu.)

Elisabeth (die sie ihm öffnet).
Gott segn' Euch!

Ottokar (bleibt an der Türe stehen).
Margarethe,
So bist du tot und hast mir nicht verziehn?
(Er kommt zurück.)
Bist hingegangen, treue, fromme Seele,
Mit dem Gefühl des Unrechts in der Brust,
Und stehst wohl jetzt vor Gottes Richterstuhl
Und klagst mich an, rufst Rache wider mich!
O tu's nicht, Margaretha, tu es nicht!
Du bist gerächt. Um was ich dich und alles gab,
Gefallen ist's von mir, wie Laub im Herbst.
Was ich gesammelt, ist im Wind zerstoben,
Der Segen fort, der fruchtend kommt von oben,
Und einsam steh ich da, von Leid gebeugt,
Und niemand tröstet mich und hört mich!
(Er tritt näher.)
Sie haben schlimm an mir getan, Margrethe!
Der Undank hob sein Haupt auf gegen mich.
Die mir die Nächsten, haben mich verraten,
Die ich gehoben, haben mich gestürzt.
Das Weib, um das ich hingab deinen Wert,
Sie hat das Herz im Busen mir zerspalten,
Die Ehre mein verkauft an meinen Knecht;
Und als ich blutend heimkam aus der Schlacht,
Goß sie mir Gift, statt Balsam, in die Wunden.
Mit Hohn und Spott hat sie mich aufgestachelt,
Daß blind ich rannte in das Todesnetz,
Das nun zusammenschlägt ob meinem Scheitel.
(Er kniet am Sarge.)
Du hast mich oft getröstet; tröste nun!
Streck aus die kalte Hand und segne mich.
Denn eines fühl ich wohl: es kommt zu sterben;
Der heut'ge Tag kann Ottokar verderben,
Drum segne mich, wie du gesegnet bist!
(Er legt sein Haupt auf die Kissen.)

Elisabeth.
Er betet, glaub ich. Nun, du guter Gott,
Verzeih ihm auch! Und ach, der großen Freude
Für die hochsel'ge Frau! Sagt' ich's nicht immer?
Er kehrt zurück. Nun seid ihr doch beisammen,
Siehst du? (Gegen Himmel blickend.)