Abgesandter.
Habt nicht später dann
Den Erzbischof von Mainz Ihr treu geleitet
Durch feindlich Land, durch Krieg und Brand und Tod,
Als er nach Rom zog zu dem Heil'gen Vater?
Des Bischofs Sekretär, auf sein Geheiß,
War oft Euch nah und prüft' Euch im Gespräch;
Vermöchtet Ihr ihn nicht mehr zu erkennen?

Rudolf.
Seid Ihr's?

Abgesandter (zur Versammlung gewendet).
Für diese Frau, als Reichesfürstin,
Begehr ich frei und offenes Geleit.
Herr Graf von Habsburg, gebt ihr Euren Arm,
Wir wollen sie zur sichern Ruhstatt führen!

Im Namen denn des Heil'gen Röm'schen Reichs,
Gebt Raum der Herzogin von Österreich!
(Führt mit Rudolfen die Königin Margarethe ab.)

Ottokar.
Bin ich eu'r Kaiser, sollt ihr anders sprechen!

Der erste der Gesandtschaft.
Geliebt's Euch, Herr, uns Antwort zu erteilen?

Zawisch (sich vordrängend).
Raubt ihr uns unsern König, unsern Herrn?
Ist er nicht mächtig? was bedarf er euer?
Wie Gott im Himmel, herrschet er auf Erden;
Nur Sorgen und nicht Nutzen schafft das Reich,
Laßt ihn und bietet Deutschen eure Gaben!
Ihr gebt nur, weil ihr braucht! Laßt unsern Herrn!

Ottokar.
Er spricht zum Teil ganz gut, Herr Abgesandter.
Gar viel ist abzustellen in dem Reich,
Gar mancher Trotz zu beugen und zu strafen;
Ich seh wohl, euer Herr war euer Knecht.
Ich bin ein reicher Fürst von Böhmen, Gott verhüte,
Daß ich ein armer Kaiser wollte sein.
Doch mögt Ihr harren, ob es uns gefällt,
Vielleicht Euch günst'gre Antwort zu erteilen.
(Zu Kunigunden gewendet.)
Nun bin ich Euer, ganz mit Seel und Leib.

Zawisch.
Es lebe Ottokar!

(Unter Trompetengetön.)