Zawisch.
Ja wohl!
Sich da, Herr Merenberg? und so begleitet!
Milota.
Sein Vater, der Verräter, sandt' ihn fort
Mit diesem Schreiben an den Erzbischof
Von Mainz. Er hatt' ihm Eile wohl geboten—
Seyfried.
Ob er's gebot!
Milota.
Allein der junge Herr,
Da ihn sein Weg am Schloß vorüberführte,
Wo Bruder Benesch haust mit seiner Tochter,
Wollt' er noch einmal sehn sein altes Lieb;
Doch fing man ihn und sendet ihn hierher.
Zawisch.
So? Bei schön Mühmchen? Ei, bei Fräulein Berta?
Seyfried.
Im heißen Fieber liege sie und rase,
Ward mir gesagt. Ich wollte sie nur sehn,
Nur wissen, ob sie lebt, und so gab ich
Des Vaters Haupt und mich in ihre Hand.
Tor, der ich war, verruchter, blinder Tor!
Milota.
Hier ist der Brief, die Aufschrift an den Mainzer.
Seyfried.
Herr Zawisch, seht, ich hab Euch nie geliebt!
Für doppelsinnig hielt ich Euch und falsch,
Doch sagt mein Vater, Menschen kennt' ich nicht;
O zeigt mir, Herr, daß ich Euch nicht gekannt!
Gebt mir den Brief, laßt ihn uns hier vernichten.
Mit mir könnt Ihr beginnen, was Ihr wollt!
Ich hab Euch sonst wohl auch schon Liebs getan.
Als Ihr mit Euren Sippen da und Freunden,
Wißt Ihr? im Vorgemach der Königin
Gar sonderbare Reden einst geführt;
Ich ging nicht hin und sagt's dem König an,
Wie ich gekonnt, vielleicht wohl gar gesollt!
Denn damals ehrt' und liebt' ich noch den König,
Als meiner angebornen Fürstin Gatten
Und meinen wahren, rechtgesinnten Herrn.
Zawisch.
Hörst du, Freund Milota?
Milota.
Wer achtet sein!