Kammerfräulein.
Ja, gnäd'ge Frau, im ganzen Böhmerland
Ist keiner, der dem Zawisch sich vergleicht
Von Rosenberg. Den edlen Glanz, die Haltung,
Des Körpers mannigfache, edle Gaben,
Ihr saht sie, Königin, so gut als ich:
Doch auch an Heldenmut, an Tapferkeit
Steht er vor allen, die sich Ritter nennen.
In Padua hat er jahrelang studiert,
Auch macht er Reim' und singt sie zu der Zither.
Königin.
So schlimmer denn!
Kammerfräulein.
So schlimmer, gnäd'ge Frau?
Königin.
Bei uns daheim lohnt man die Zitherspieler
Mit Geld und mit Verachtung!
Kammerfräulein.
So bei uns nicht!
Manch Edler eifert mit den Troubadours,
Und dieser Zawisch hat sich manches Herz
Ersungen bei den Klängen seiner Zither.
(Den Zettel entfaltend.)
Ihr sollt gleich sehn!
Königin (hat sich gesetzt).
Er soll mir's wahrlich büßen!
Kammerfräulein (liest).
»Der Schönsten «—Nun, ich nehm es dankbar hin!
»O Hand von Schnee«—
Königin.
O Hand von Schnee, was heißt das?
Kammerfräulein.
Weiß wie Schnee.
Königin (den Handschuh abziehend und ihre Hand betrachtend).
Ich denk, er hat die Hand noch nie gesehn,
Den Handschuh höchstens!