Ottokar.
Ich glaube, Herr, das Reich will meiner spotten?
Hier stehn noch die Gesandten, die die Krone
Mir anzubieten kamen, und ihr wählt,
Eh' ich entschieden, einen andern?

Burggraf. Herr,
Der Kanzellar des Erzbischofs von Mainz,
Er hat gemeldet, wie mit schnöden Worten
Von Euch gewiesen Ihr so Kron' als Reich.

Ottokar.
Ha, frecher Treubruch deutscher Reichsbarone!

Burggraf.
Beschuldigt Ihr des Treubruchs Deutschlands Fürsten?
So wißt denn, was die Wahl von Euch gewandt!
Wir suchten einen Herrn, gerecht und gnädig,
Als einem solchen bot man Euch den Thron.
Da kam der Ruf, da kamen selber Zeugen,
Die laut es riefen in der Fürsten Ohr,
Wie Ihr getan an Königin Margrethen,
Die Eure Gattin war, die Ihr verstießt;
Wie Ihr die Rechte schmälert jener Lande,
Die rechtlos vorenthalten Ihr dem Reich;
Wie Eure Ungnad' schon ein Halsverbrechen,
Und Strafe trifft, wo noch kein Urteil traf.
Das sind wir nicht gewohnt in Schwaben und beim Rhein,
Wir müssen einen gnäd'gen Fürsten haben,
Vor allem aber soll er sein gerecht.
Dies überlegend, schritten sie zur Wahl—

Heinrich von Lichtenstein (hinter der Szene).
Verräterei!

Ottokar.
Wer ruft?

Gemurmel (unter den Anwesenden).
Der Lichtenstein?

Heinrich von Lichtenstein (tritt auf).
Wer Österreicher ist, der sei gewarnt!
Am Ausgang stehn des Schlosses Häscherrotten,
Die fangen jeden, der nicht böhmisch ist.

Füllenstein (kommt hinter ihm mit gezogenem Schwert).
Gebt Euch gefangen!

Ottokar (vortretend).
Eure Wehre, Heinrich!
Ihr, Ulrich Lichtenstein, Graf Bernhard Pfannberg,
Chol Seldenhoven, Wulfing Stubenberg,
Ihr gebt die Schwerter und euch selbst in Haft!