Merenberg (der abgeführt wird).
Mein Sohn ist frei, die Königin geborgen;
Was liegt an mir? Da wird der Himmel sorgen!
(Alle ab.)
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Böhmisches Lager am linken Donauufer. Zelt des Königs. Ein Tisch mit einem Aufriß der Gegend im Vorgrunde. Ottokar tritt auf, der Kanzler und mehrere hinter ihm.
Ottokar (im Auftreten zu seinen Begleitern).
Ist er geflohn, so laßt den Schurken hängen!
Man hängt ja täglich Diebe. Gottes Donner!
Ein Feiger dünkt mich schlechter als ein Dieb!
(Er kommt in den Vorgrund, der Kanzler folgt ihm.)
Verfolgt Ihr mich denn übrall hin, Herr Kanzler?
Kanzler.
Ja, überall, mein König und mein Herr,
Bis Ihr mich anhört und mir Antwort gönnt.
Herr, es steht schlimm!
Ottokar (auf und nieder gehend).
Es steht sehr gut!
Kanzler.
O Gott!
Die Krankheit herrscht, der Mangel herrscht im Lager.
Ottokar.
Die Krankheit: Furcht, und Mangel wohl an Mut,
Doch nur bei wenigen, so will ich hoffen,
Und von den wenigen hängt einer drauß'!
Hat man jetzt Zeit, um krank zu sein? Und Hunger?
Ich hungre nur nach einem: nach dem Sieg!
Kanzler.
Aus Böhmen seit fünf Tagen keine Nachricht,
Und man besorgt—
Ottokar.
Wahrscheinlich bin ich dort
So schlecht bedient als hier!