Zawisch.
Die Feinde sind im Nachteil, das ist klar!
Ottokar.
Das ist nicht klar. Die Waage steht für sie.
Der einz'ge Vorteil—doch der soll entscheiden!—
Ist, daß Euch Ottokar, und jene Habsburg führt.
(Er tritt an den Tisch und, mit der rechten Hand daraufgestemmt,
betrachtet er die vor sich liegende Karte.)
Zawisch.
Der Sieg ist unser, glaubt mir das, Herr Kanzler!
Kanzler.
Und wenn auch! was ist noch damit gewonnen?
Ihr schlagt den Kaiser heut, und übers Jahr
Kommt er herab mit einem neuen Heer.
Die Lande sind nun einmal mißvergnügt,
Bereit zu Aufstand und zu Meuterei,
Sie rufen Euch die Deutschen, eh' Ihr's denkt.
Und stirbt auch Rudolf, fällt er in der Schlacht;
Ein andrer Kaiser fodert Euch dasselbe,
Und ewig währt der Unfried' mit dem Reich.
Zawisch.
Was mehr?
Zawisch.
Was mehr?
Kanzler.
Was mehr?—Und rechnet Ihr für nichts
Das Unheil und die Greuel in dem Land?
Die Saat zerstampft, die Wohnungen verbrannt,
Die Menschen hingeschlachtet wie—daß Gott!
Schämt Euch, Herr Rosenberg, daß Ihr so sprecht!
Hat darum unser König Gold und Gut
Daran gesetzt, sein Böhmen aufzubringen?
Es geht der Pflug, der Weber sitzt am Werk,
Der Spinner dreht, der Berg gibt seinen Schatz;
Und soll er nun mit eigner Fürstenhand
Das all zerstören, was er selbst gebaut?
Ei geht, Ihr wißt nicht, was Ihr sprecht, Herr Zawisch!
Der König kennt das besser, als Ihr glaubt!
Ottokar (vor sich hin).
Im Grunde waren sie's, die mir den Antrag taten!
Kanzler.
Wohl waren sie's!
Ottokar (wieder auf und nieder gehend).
Ist Schmach dabei, trifft sie's!