Zawisch.
Wo ist der König?
Milota.
In des Kaisers Zelt;
Er nimmt die Lehn!
Zawisch.
Ho, ho! und so verborgen?
Das müssen alle sehn, die treuen Herzens sind.
(Er haut mit dem Schwert die Zeltschnüre ab; die Vorhänge fallen, und man sieht Ottokarn vor Rudolf knien, der ihn eben mit dem Schwert mit Böhmen belehnt hat.)
Zawisch.
Der König kniet!
Die Böhmen (unter sich).
Der König kniet!
Ottokar.
Ha, Schmach!
(Er springt auf und eilt in den Vorgrund.)
(Der Kaiser, der ihm folgt, mit der Fahne von Mähren in der Hand.)
Rudolf.
Wollt Ihr die Lehn nicht auch auf Mähren nehmen?
(Ottokar läßt sich auf ein Knie nieder.)
Rudolf (indem er ihm die Fahne von Mähren gibt).
So leih ich Euch die Markgrafschaft von Mähren
Und nehm Euch in des Reiches Eid und Pflicht
Im Namen Gottes und durch meine Macht.
Steht auf, Herr König, und mit diesem Kuß
Begrüß ich Euch als Lehnsmann und als Bruder.