(Ein kaiserlicher Herold kommt mit zwei Trompetern. Hinter ihm die befreiten östreichischen Geisel, worunter der alte Merenberg. Volk dringt nach. Der Kanzler im Wortwechsel mit dem Herold.)
Kanzler.
Ich protestier im Namen meines Königs!
Herold (die Urkunde in der Hand).
Artikel drei des fei'rlichen Vertrags
Besagt: Die Geisel werden freigegeben,
Und so, in Vollmacht kaiserlicher Hoheit,
Sprech ich die Freiheit dieser Männer an
Aus Östreich und aus Steier, Untertanen
Des Kaisers und des Reichs zu dieser Frist.
Zugleich begehr ich gänzliche Vollziehung
Des Friedens, der bis jetzt nur halb erfüllt.
Noch immer lieget böhmische Besatzung
Im Lande hie und dort von Österreich;
Auch Heinrich Kuenring, eurer Sache treu,
Haust übel in dem Land jenseits der Donau,
Still unterstützt vom nachbarlichen Mähren.
Es soll nicht sein, befiehlt mein Herr und Kaiser!
Es abzustellen komm ich her nach Prag.
Kanzler.
Man wird dem König es erst melden müssen.
Herold.
Wozu? Ist nicht der Kaiser Lehensherr?
Derlei ist im Vasalleneid bedungen.
Kanzler.
Der Kaiser, seinerseits, hat auch noch nicht
In allem dem Vertrag genug getan!
In Mähren stehn noch kaiserliche Völker.
Herold.
Sie werden abziehn, wenn ihr euch gefügt.
Kanzler.
Warum soll Böhmen denn zuerst erfüllen?
Herold.
Beglückt, wer hat, das ist ein alt Gesetz.
Kanzler.
So nennt Ihr das Gesetz? Das ist Gewalt.