Primislaus. Träf' ich dich wieder,
Je wieder, glaub, ich würde dich erkennen,
Wär's unter Tausenden. Doch du auch mich?
Im Dunkel fand ich dich, im Dunkel scheid ich.
Gib mir ein Zeichen dran du mich erkennst
Wenn ich dich wiederseh.
Libussa. Es ist nicht nötig.
Primislaus. Doch wenn rückkehrend ich in meine Hütte
Ein Kleinod fände das dir angehört?
Libussa. Bring es hierher, ich werde darnach senden
Und lös es gern um Gold und jeden Preis.
Primislaus. Für mich ist Gold kein Preis. So laß uns scheiden!
Dein Schleier und die schimmernden Gewande,
In denen ich den Fluten dich entriß,
Hier eingebunden trägt's des Pferdes Rücken.
Nur eine Kette noch, es war dein Gürtel,
Der unter meiner Retterhand zerstückt,
Doch fügt' ich neu die goldnen Hakenglieder,
Neig mir dein Haupt und trag den neuen Schmuck.
(Libussa senkt ihr Haupt, er hängt ihr die Kette um den Hals.)
So zier ich dich du Schöne, Hehre, Hohe;
Für wen? ich weiß nicht; ist's doch nicht für mich.
Und so leb wohl!
Libussa. Auch du!
Primislaus. Nur noch drei Schritte.
Dort teilt, von selber kennbar, sich der Weg
Und leicht gelangst du wieder zu den Deinen,
Wenn du den Waldpfad rechts nur sorglich meidest,
Die du, ein Märchen, kamst, und eine Wahrheit scheidest.
(Das Pferd leitend.)
Vertrau dem Pferd, es trägt dich gut und sicher.
(Beide ab.)