Kascha. Die Liebe knüpft sich gern an feste Zeichen,
Der Leichtsinn liebt was schwankend so wie er.

Libussa. Mit einem Wort löst' ich die Rätsel leicht,
Doch würdet ihr's entstellen und verkehren.
Drum halt nur was du weißt, mein sichres Herz!

Kascha (Libussas Geschmeide hinwerfend).
Der Kreis getrennt. Du kannst mit uns nicht losen.

Libussa (auf deren Wink eine Jungfrau das Geschmeide aufhebt).
Nicht losen? Und wer weiß, ob ich's auch will?
Ein Schritt aus dem Gewohnten, merk ich wohl,
Er zieht unhaltsam hin auf neue Bahnen,
Nur vorwärts führt das Leben, rückwärts nie.
Ich soll nicht losen? Und ich will es nicht.
Wo sind die Männer aus der Czechen Rat?
Den Vater will ich ehren durch die Tat,
Mögt ihr das Los mit dumpfen Brüten fragen:
Ich will sein Amt und seine Krone tragen.

Tetka. Libussa, oh!

Kascha. Hör erst auf mich, Libussa!
Wenn ich gekränkt dich mit zu raschem Wort—

Libussa. Du kränktest mich nicht mehr, ich seh's, als dich.
Doch was ich sprach, es bleibt. Mein Wort ein Fels.
Und mag ich's nur gestehn! Denk ich von heut
Mich wieder hier in eurer stillen Wohnung
Beschäftigt mit—weiß ich doch kaum womit—
Mit Mitteln zu den Mitteln eines Zwecks,
Mit Mond und Sternen, Kräutern, Lettern, Zahlen,
Dünkt's allermeist einförmig mir und kahl.
Dies Kleid es reibt die Haut mit dichtern Fäden
Und weckt die Wärme bis zur tiefsten Brust
Mit Menschen Mensch sein dünkt von heut mir Lust,
Des Mitgefühles Pulse fühl ich schlagen,
Drum will ich dieser Menschen Krone tragen.

Heraus Wladiken! Czechenvolk heraus!

Die Jungfrauen (rufen).
Libussa Herzogin! Der Böhmen Fürstin!

(Domaslav, Biwoy, Lapak und die übrigen Abgeordneten aus der Pforte links.)