Primislaus (von ihnen wegtretend).
Und überließ dem Zufall denn
Ob sie des Rätsels Lösung dennoch fänden?
Und der es fand, er war ja ihr Gemahl!
Fahr hin, mein Glück, dein Flug war allzurasch!
Doch blieb ein Stachel, scheint's, in ihrer Brust.
Laß mich's versuchen denn: ich drück ihn fester,
Ob ihn die Zeit vertieft, ob sie ihn heilt.
(Laut.)
Nun denn: ob des das Kleinod oder jenes
Ist nicht die Frage, scheint's, zu dieser Zeit,
Nicht einen wollte sie vorerst bezeichnen,
Ihr alle sollt zur Werbung euch berecht'gen,
Den einen wird bestimmen ihre Wahl
Weshalb, da sie zu »teilen« euch gebot
Und »mitzuteilen« doch so streng verpönte,
Sie in Gesamtbesitz euch wünscht zugleich:
Gemeinsam haben heißt als Freunde teilen
Gebt acht, ob ich die Wahrheit näher treffe.
Fürst Krokus gab der Töchter Dreizahl, jeder,
Der Mutter Bild umringt von edlen Steinen
In Gürtelspangen künstlich eingefügt;
Die Spangen sie sind hier, das Bildnis fehlt.
Wie sie's verlor, die Fürstin, wer kann's wissen?
Doch daß es fehlt, und damals schon gefehlt,
Als jene Fraun um Böhmens Krone losten,
Sagt das Gerücht in jedes Mannes Mund;
Wie auch, daß durch den Abgang jenes Bildes
Bezeichnet ward als Herzogin Libussa,
Und in der Tat »durch das was man verlor,
Das Kleinod reicher wurde als zuvor«
Denn es trug ein der Böhmen Herzogskrone.
Domaslav. Mir deucht, der Mann hat recht.
Lapak. Mir scheint's nicht minder.
Biwoy. So hätten wir das Rätsel denn!
Primislaus. Das Wort,
Allein die Sache nicht. Sie will das Bildnis.
»Hinzufügt was, indem man es verlor«
Und wie es weiter heißt. Sie will die Sache.
Biwoy. Allein wie finden wir die Sache nun?
Primislaus. Ein Mittel wär' vielleicht. Was gebt ihr dem,
Der euch das Bildnis schafft nach dem ihr strebt?
Lapak (leise zu ihm).
Ein Kornmaß Silber, bringt er's heimlich mir.
Domaslav (ebenso).
Mein Schloß in Kresnagrund, wird's mir zuteil.