Schloß der Schwestern auf Budesch.

Innerer Hof. Links ein Teil der Wohngebäude mit einer Pforte. Der
Hintergrund durch eine wallartige Terrasse geschlossen mit einem großen
Eingangstor. Oben sitzt Swartka. Links nach vorn Dobra an einem Tische,
auf dem ein aufgeschlagenes großes Buch liegt. Ein großer eherner
Leuchter mit brennendem Licht steht neben ihr.

Dobra. Was ist die Zeit?

Swartka. Längst Mitternacht vorüber.
Die Sterne gehen scharenweis zur Ruh
Und ein Gebilde schwindet nach dem andern.
Den Reihen führt der flammende Arktur,
Die Krone sinkt am Himmel und der Adler
Lenkt nach den Bergen seinen müden Flug.

Dobra (in dem Buche nachsehend).
O weh, o weh!

Swartka. Was klagst, was jammerst du?

Dobra. Wenn Mars und Jupiter sich so begegnen
Ist das die Stunde, die dem Leben droht.
Weh, Herzog Krokus, wenn du ja noch lebst.
Welch Sternbild glänzt zuhöchst?

Swartka. Ob meiner Scheitel
Spannt seine Flügel aus der helle Schwan,
Ein Erbe recht der Sterne, welche gingen,
Und wie geschlagne Saiten zitternd klingen
Kommt an mein Aug' der Leier Strahl heran.

Dobra. O mög' es gute Vorbedeutung sein
Für meiner Frauen Zukunft. Doch davon
Schweigt dieses Buch.

Swartka. Fuchs, Fisch und Eidechs drängen
Die niedre Form dem edlen Vogel nach,
Die kluge Schlange droht mit fahlem Blinken,
Und auf dem Pfad der königlichen Sterne
Folgt namenloses Volk zu weiter Ferne.