(Sie verbirgt ihr Gesicht an Kreusens Halse.)
Kreusa.
Sie ist nicht wild. Sieh Vater her, sie weint.
Medea.
Weil eine Fremd' ich bin, aus fernem Land
Und unbekannt mit dieses Bodens Bräuchen,
Verachten sie mich, sehn auf mich herab,
Und eine scheue Wilde bin ich ihnen,
Die Unterste, die Letzte aller Menschen,
Die ich die Erste war in meiner Heimat.
Ich will ja gerne tun was ihr mir sagt,
Nur sagt mir was ich tun soll, statt zu zürnen.
Du bist, ich seh's, von sittig mildem Wesen,
So sicher deiner selbst und eins mit dir;
Mir hat ein Gott das schöne Gut versagt.
Doch lernen will ich, lernen, froh und gern.
Du weißt was ihm gefällt, was ihn erfreut,
O lehre mich, wie Jason ich gefalle
Ich will dir dankbar sein.—
Kreusa.
O sieh nur, Vater!
König.
Nimm sie mit dir!
Kreusa.
Willst du mit mir, Medea?
Medea.
Ich gehe gern, wohin du mich geleitest,
Nimm dich der Armen, der Verlaßnen an,
Und schütze mich vor jenes Mannes Blick!
(Zum König.)
Sieh nur nach mir, du schreckst mich dennoch nicht,
Obgleich, ich seh's, du sinnest was nicht gut.
Dein Kind ist besser, als sein Vater!
Kreusa.
Komm!
Er will dir wohl!—Und ihr kommt auch, ihr Kleinen!