Jason.
Mit schlimmern setzte sie sich weiter fort.

König.
Wie war's mit deinem Ohm? erzähl mir dies.

Jason.
Vier Jahr' verschob die Rückkehr uns ein Gott,
Durch Meer und Land uns in der Irre treibend.
In Schiffes Enge, stündlich ihr genüber,
Brach sich der Stachel ab des ersten Schauders;
Geschehn war, was geschehn—Sie ward mein Weib.

König.
Und nun daheim, in Jolkos bei dem Oheim?

Jason.
Verwischt war von der Zeit der Greuel Bild,
Und, halb Barbar, zur Seite der Barbarin,
Zog stolz ich ein in meiner Väter Stadt.
Im Angedenken noch des Volkes Jubel
Bei meiner Abfahrt, hofft' ich freudiger
Noch den Empfang, da ich als Sieger kehrte.
Doch still war's in den Gassen, als ich kam,
Und scheu wich der Begegnende mir aus.
Was dort geschehn in jenem dunkeln Land,
Vermehrt mit Greueln, hatt' es das Gerücht
Gesät in unsrer Bürger furchtsam Ohr;
Man floh mich und verachtete mein Weib—
(Mein) war sie, (mich) verschmähte man in ihr.
Mein Oheim aber nährte schlau die Stimmung
Und als ich forderte das Erbe meiner Väter,
Das er mir nahm und tückisch vorenthielt,
Da hieß er mich mein Weib von mir zu senden,
Die ihm zum Greuel sei mit ihrem dunkeln Streben,
Wo nicht, sein Land, der Väter Land zu meiden.

König.
Du aber?

Jason.
Ich? Sie war mein Weib;
Sie hatte meinem Schutz sich anvertraut
Und der sie forderte, es war mein Feind.
Hätt' er auch Billiges begehrt, beim Himmel,
Er hätt' es nicht erlangt: so minder dies.
Ich schlug es ab.

König.
Und er?

Jason.
Er sprach den Bann.
Desselben Tags noch sollt' ich Jolkos meiden.
Ich aber wollte nicht und blieb.
Da wird der König plötzlich krank. Gemurmel
Läuft durch die Stadt, gar Seltsames verkündend.
Wie vor dem Hausaltar er sitze, wo
Das Wundervlies man weihend aufgehängt,
Mit unverwandtem Aug' es starr betrachtend.
Oft schrie er auf: sein Bruder schau' ihn an,
Mein Vater, den er tückisch einst getötet
Beim Wortstreit ob des Argonautenzugs,
Er schau' ihn an aus jenes Goldes Flimmer,
Das er mich holen hieß, der falsche Mann
Aus fernem Land, auf daß ich drob verderbe.
Als nun die Not des Königs Haus bedrängte,
Da traten seine Töchter vor mich hin,
Um Heilung flehend von Medeens Kunst.
Ich aber sagte. Nein! Sollt' ich den Mann erretten,
Der mein Verderben sann und all der Meinen?
Da gingen sie, die Mädchen, weinend hin,
Ich aber schloß mich ein, nichts weiter achtend.
Und ob sie wiederholt gleich flehend kamen
Ich blieb bei meinem Sinn und meinem: Nein!
Als ich darauf nun lag zu Nacht und schlief,
Hör ich Geschrei an meines Hauses Pforten,
Akastos ist's, des bösen Oheims Sohn.
Der stürmt mein Tor mit lauten Pöbelhaufen
Und nennt mich Mörder, Mörder seines Vaters,
Der erst gestorben, in derselben Nacht.
Auf stand ich und zu reden sucht' ich, doch
Umsonst, das Volksgebrüll verschlang mein Wort.
Und schon begann mit Steinen man den Krieg.
Da nahm ich dies mein Schwert und schlug mich durch.
Seitdem irr ich durch Hellas' weite Städte,
Der Menschen Greuel, meine eigne Qual,
Und, nimmst du mich nicht auf, ein Ganzverlorner!

König.
Ich hab dir's zugesagt und halt es auch.
Doch sie—