Medea.
Wohin?
Jason.
Du rasest und du schiltst mich,
Daß ich mit dir nicht rase. Es ist aus.
Die Götter haben unsern Bund verflucht,
Als einen der mit Greueltat begann
Und in Verbrechen wuchs und Nahrung suchte.
Laß sein, daß du den König nicht getötet;
Wer war dabei, wer sah's, wer glaubt dir?
Medea.
Du!
Jason.
Und wenn auch ich, was kann ich? was vermag ich?
Drum laß uns weichen dem Geschick, nicht trotzen!
Die Strafe nehme jedes büßend hin,
Du, da du fliehst, wo du nicht bleiben kannst,
Ich, da ich bleibe, wo ich fliehen möchte.
Medea.
Den schwerem Teil hast du dir nicht erwählt!
Jason.
So wär' es leicht, zu leben als ein Fremdling
In fremden Haus, von fremden Mitleids Gaben?
Medea.
Dünkt's dir so schwer, was wählst du nicht die Flucht?
Jason.
Wohin und wie?
Medea.
Einst warst du minder sorglich,
Als du nach Kolchis kamst, die Vaterstadt verlassend,
Und eitelm Ruhme nach durch ferne Länder zogst.
Jason.
Ich bin nicht der ich war, die Kraft ist mir gebrochen,
Und in der Brust erstorben mir der Mut.
Das dank ich dir. Erinnrung des Vergangnen
Liegt mir wie Blei auf meiner bangen Seele
Das Aug' kann ich nicht heben und das Herz.
Auch ist der Knabe Mann seit dem geworden,
Und nicht mehr kindisch mit den Blüten spielend,
Greift er nach Frucht, nach Wirklichkeit, Bestand.
Die Kinder sind mir und kein Ort für sie,
Besitztum muß ich meinen Enkeln werben.
Soll Jasons Stamm, wie trocknes Heidekraut,
Am Wege stehn, vom Wanderer getreten?
Hast du mich je geliebt, war ich dir wert,
So zeig es, da du mich mir selber gibst
Und mir ein Grab gönnst in der heim'schen Erde!