Medea.
Nun kommt zu mir!—Zu mir!—Natterbrut!
(Sie geht einige Schritte auf sie zu; die Kinder fliehen zu Kreusen.)
Medea.
Sie fliehn mich! Fliehn!
König.
Du siehst Medea nun,
Die Kinder wollen nicht, und also geh!
Medea.
Sie wollen nicht? Die Kinder die Mutter nicht?
Es ist nicht wahr, unmöglich!—
Ason, mein Ältester, mein Liebling!
Sieh deine Mutter ruft dir, komm zu ihr!
Ich will nicht mehr rauh sein und hart
Du sollst mein Kostbarstes sein, mein einzigs Gut
Höre die Mutter! Komm!—
Er wendet sich ab! Er kommt nicht!
Undankbarer! Ebenbild des Vaters!
Ihm ähnlich in den falschen Zügen
Und mir verhaßt wie er!
Bleib zurück, ich kenne dich nicht!—
Aber du Absyrtus, Schmerzenssohn,
Mit dem Antlitz des beweinten Bruders,
Mild und sanft wie er,
Sieh deine Mutter liegt hier knieend
Und fleht zu dir.
Laß sie nicht bitten umsonst!
Komm zu mir, mein Absyrtus
Komm zur Mutter!—
Er zögert!—Auch du nicht?—
Wer gibt mir einen Dolch?
Ein Dolch für mich und sie!
(Sie springt auf.)
Jason.
Dir selber dank es, daß dein wildes Wesen
Die Kleinen abgewandt, zur Milde hin.
Der Kinder Ausspruch war der Götter Spruch!
Und so geh hin, nie aber bleiben da.
Medea.
Ihr Kinder hört mich!
Jason.
Sieh! sie hören nicht!
Medea.
Kinder!