Erst dies Gefäß; es birgt gar teure Salben,
Erglänzen wird die Braut, eröffnet sie's!
Allein sei sorgsam, schüttl' es nicht!
Gora.
Weh mir!
(Sie hat das Gefäß mit der Linken schief gefaßt. Da sie mit der Rechten unterstützend den Deckel faßt, wird dieser etwas gehoben und eine helle Flamme schlägt heraus.)
Medea.
Sagt' ich dir nicht, du sollst nicht schütteln! Kehr in
dein Haus
Züngelnde Schlange
Bleibst nicht lange
Harre noch aus. Nun halt es und mit Vorsicht sag ich dir!
Gora.
Mir ahnet Entsetzliches!
Medea.
Fängst an zu merken? Ei was bist du klug!
Gora.
Und ich soll's tragen?
Medea.
Ja! Gehorche Sklavin!
Wagst du zu widerreden? Schweig! Du sollst. Du mußt.
Hier auf die Schale weit gewölbt von Gold,
Setz ich das zierlich reiche Prachtgefäß.
Und drüber deck ich, was so sehr sie lockt,
Das Vlies—
(Indem sie es darüber wirft.)
Geh hin und tu was deines Amts!
Darüber aber schlinge sich dies Tuch,
Mit reichem Saum, ein Mantel, königlich,
Geheimnisvoll umhüllend das Geheime. Nun geh und tu wie ich es dir
befahl,
Bring das Geschenk, das Feind dem Feinde sendet.