König.
Genug!—Sie sah's!—Sie ist nicht mehr!
Kreusa! O mein Kind! O meine Tochter!—
Einst—noch als Kind—verbrannte sie die Hand
Am Opferherd und qualvoll schrie sie auf.
Hin stürz ich, fasse sie in meinen Arm
Die heißen Finger mit den Lippen hauchend.
Da lächelt sie, trotz ihren bittern Tränen
Und leise schluchzend spricht sie: 's ist nicht viel
Was tut der Schmerz? Nur brennen, (brennen) nicht!
Und nun—
(Zu Gora.)
Wenn ich das Schwert hier zwanzigmal
Dir stoß in deinen Leib—was ist's dagegen?
Und wenn ich sie, die Gräßliche!—Wo ist sie,
Die mir mein Kind geraubt?
ich schüttle dir
Die Antwort mit der Seel' aus deinem Mund
Wenn du mir nicht gestehst: wo ist sie hin?
Gora.
Ich weiß es nicht und mag es auch nicht wissen!
Geh' unbegleitet sie in ihr Verderben.
Was weilt ihr? Tötet mich! Ich mag nicht leben!
König.
Das findet sich; doch eher noch gestehst du!
Jason
(hinter der Szene). Wo ist sie? Gebt sie mir heraus! Medea
(mit dem bloßen Schwerte in der Hand auftretend)
Man sagt mir, sie ward eingeholt! Wo ist sie?
Du hier? Und wo ist deine Herrin?
Gora.
Fort!