Melitta.
Ich kann nicht!—Sappho!
Sappho (mit aufgelöster Stimme).
Melitta, rufst du mir?
Melitta (umkehrend und ihre Knie umfassend).
Ich bin es, Sappho! Hier die Rose nimm!
Nimm sie! Mein Leben nimm! Wo ist dein Dolch?
Phaon (herzueilend, die Rose die beide halten wegreißend und
Melitten aufhebend).
Dein ist sie, dein, kein Gott soll dir sie rauben!
(Melitten fortziehend.)
Komm! Schnell aus ihrer Nähe! Fort!
(Führt sie ab.)
Sappho (mit ausgestreckten Armen, verhallend).
Phaon!
Der Vorhang fällt.
Vierter Aufzug
Freie Gegend wie in den vorigen Aufzügen. Mondnacht.
Erster Auftritt
Sappho (kommt, in tiefe Gedanken versenkt.—Sie bleibt stehen.—Nach
einer Pause).
Bin ich denn noch, und ist denn etwas noch?
Dies weite All, es stürzte nicht zusammen
In jenem fürchterlichen Augenblick?
Die Dunkelheit, die brütend mich umfängt,
Es ist die Nacht und nicht das Grab!
Man sagt ja doch, ein ungeheurer Schmerz,
Er könne töten?—Ach, es ist nicht so!—