Melitta.
Hier!
Phaon (eine Rose herausnehmend).
Nimm diese Rose!
(Er steckt sie ihr an den Busen.)
Sie sei Erinnrung dir an diese Stunde,
Erinnerung, daß nicht bloß in der Heimat
Daß auch in fernem Land es—Freunde gibt.
(Melitta, die bei seiner Berührung zusammengefahren, steht jetzt mit hoch klopfender Brust, beide Arme hinabhängend, mit gesenktem Haupt und Aug' unbeweglich da. Phaon hat sich einige Schritte entfernt und betrachtet sie von weitem.)
Man ruft von innen.
Melitta!
Melitta.
Riefst du mir?
Phaon.
Ich nicht!—Im Hause!
Melitta (die Kränze, die ihr entfallen sind, zusammenraffend).
Ich komme schon!
Phaon.
Bist du so karg, Melitta?
Verdient denn meine Gabe kein Geschenk?
Melitta.
Ich, ein Geschenk? Was hätt' ich Arme wohl?
Phaon.
Gold schenkt die Eitelkeit, der rauhe Stolz,
Die Freundschaft und die Liebe schenken Blumen.
Hier hast du Blumen ja—