Melitta.
Siehst du an ihrer Seite—

Rhamnes.
Was?

Melitta.
Siehst du?
Hoch eine andre, glänzende Gestalt,
Wie man der Leier und des Bogens Gott
Zu bilden pflegt!

Rhamnes.
Ich sehe! Doch ihr geht!

Melitta.
Und erst nur riefst du uns!

Rhamnes.
Ich rief euch, ja!
Ihr solltet wissen, daß die Herrin naht,
Ihr solltet wissen, daß euch Freude Pflicht,
Doch freuen mögt ihr euch nur drin im Haus.
Der Mann mag das Geliebte laut begrüßen,
Geschäftig für sein Wohl liebt still das Weib.

Melitta.
So laß uns nur—

Rhamnes.
Nicht doch! Nur fort, nur fort!
(Er treibt die Mädchen fort.)
Nun mag sie kommen, nun wird Albernheit
Ihr vorlaut nicht die schöne Feier stören.

Zweiter Auftritt

Sappho, köstlich gekleidet, auf einem mit weißen Pferden bespannten
Wagen, eine goldne Leier in der Hand, auf dem Haupte den Siegeskranz.
Ihr zur Seite steht Phaon in einfacher Kleidung. Volk umgibt laut
jubelnd den Zug.