Rhamnes.
Nicht Vater nenne mich, du Undankbare,
Die frech du die Gebieterin verrätst.
Phaon.
Ein Kahn?—
Melitta (zu Rhamnes).
Was tat ich denn, daß du mich schiltst?
Er fragte ja!
Phaon.
Ein Kahn?—So sei's!—das Zeichen
Ich nehm es an! Von euch kömmt's gute Götter!
Zu spät versteh ich eure treue Mahnung!
Sie ist es oder keine dieser Erde
Die in der Brust die zweite Hälfte trägt
Von dem was hier im Busen sehnend klopfte!
Ihr zeigt mir selbst den Weg. Ich will ihn gehn!
Melitta, ja, du sollst nach Chios, ja!
Doch nicht allein!—Mit mir, an meiner Seite!
Melitta.
Mit ihm!
Phaon.
Verlaß dies feindlich-rauhe Land
Wo Neid und Haß und das Medusenhaupt
Der Rachsucht sich in deine Pfade drängen,
Wo dir die Feindin Todesschlingen legt.
Komm! Dort der Kahn, hier Mut und Kraft und Stärke
Zu schützen dich, wär's gegen eine Welt! (Faßt sie an.)
Melitta (ängstlich zu Rhamnes).
Rhamnes!
Rhamnes.
Bedenkt doch Herr!
Phaon.
Bedenk du selber,
Was du gewollt, daß du in meiner Hand!
Rhamnes.
Herr, Sapphos ist sie!