Leon (der aufgestanden ist).
So gebt Ihr mir Vergünst'gung?

Gregor.
Tu, was dir Gott gebeut; vertrau auf ihn!
Vertraue, wie ich's nicht getan, ich nicht,
Ich schwacher Sünder nicht.
Hier, nimm den Schlüssel
Zum Säckel, der in meiner Truhe liegt.

(Er zieht ihn aus der Brust und will ihn Leon geben, gibt ihn aber dem
Hausverwalter, der zur Seite sichtbar geworden ist und sich damit entfernt.)

Er hält zehn Pfund, des Neffen Lösegeld,
Das ich gespart, den Darbenden entzogen,
Vom Golde hoffend, was nur Gott vermag.
Verteil's den Armen, hilf damit den Kranken.
Es soll der Bischof nimmer Spargut sammeln;
Den Hirten setzt man um der Herde wegen,
Der Nutzen ist des Herrn. Leb wohl, mein Sohn!
Den Winzer ruft der Herr in seinen Garten,
Die Glocke tönt, und meine Schafe warten. (Ab.)

(Leon steht unbeweglich. Ein Pilger naht.)

Pilger (die Hand ausstreckend).
Ein armer Pilgersmann.

Leon.
Was ist? Wer bist du?

Pilger.
Ein armer Mann, von Kompostella pilgernd
Zur Heimat weit.

Leon.
Wohin?

Pilger.
Ins Rheingau, lieber Herr.