Atalus (unten).
Leon!
(Er wird sichtbar.)
Er ist schon fort! Der freche Bursch
Läßt mich hier fronen, während er—Geduld!
Er soll mir's seinerzeit mit Wucher zahlen.
(Er verschwindet wieder.)

————

Verwandlung

Kurzes Zimmer, an der Rückwand eine große bogenförmige Öffnung, daneben links eine kleinere. Beide durch Vorhänge geschlossen. Hart an der letztern eine Seitentüre.

Nach einer Pause guckt Leon durch den Vorhang des kleinen türförmigen
Ausschnittes.

Leon (gedämpft).
Hier ist das Zimmer, hab ich recht bemerkt,
Und dort der Raum, wo unser Werwolf ruht.
Schläft er?

(Er setzt einen Fuß ins Zimmer und tritt damit etwas stärker auf, wonach er sich sogleich wieder zurückzieht und verschwindet. Nach einer Weile wieder erscheinend.)

Er schläft.—Insoweit wär' es gut!
Obgleich mit alledem noch nicht am besten.
Der Schlüssel hängt zu Häupten seines Betts.
Und liegt er gleich in Wein und Schlaf begraben,
So hat das Raubtier doch gar leisen Schlaf,
Wenn's selber wird beraubt.—Jetzt oder nie!
Ein rascher Griff, und alles ist getan.
Erwacht er auch, so hilft ein Lügenkniff.
Doch halt! das hat der alte Herr verboten,
Ob's töricht gleich, höchst albern, lächerlich!
Wie soll man mit den Teufeln fertig werden,
Hilft nicht ein Fund?—Wie immer! sei's gewagt!
(Er hat sich dem Vorhange genähert.)
Wer nur den Schlüssel fänd' beim ersten Griff—
(Horchend.)
Ich hör ihn atmen. Schnarchen, deucht' mich, heißt's.
Ist er so grob, was bin ich denn so sittig?
(Er geht hinter den Vorhang.)

(Edrita erscheint am Eingange der Mittelwand, den Finger auf dem Munde.
Sie tritt horchend einige Schritte vorwärts.)

Kattwalds Stimme (hinter dem Vorhange).
Holla. Hallo! Den Schlüssel da—