Atalus.
Wenn sie uns fangen, ei, dann geht's dir schlimm,
Mich kauft der Oheim etwa dennoch los.
Leon.
Er kauft Euch los? Weil er nicht kann, nicht mag,
Drum eben kam ich her.
Atalus.
Er mag nicht, sagst du?
Das ist recht schlecht von ihm.
Leon.
Schmäht Ihr den Ohm?
Den frommen Mann, der fehllos bis auf eins,
Nicht daß er geizig, wie ich einst ihn hielt,
Nein, daß, beschäftigt wohl mit höhern Dingen,
Den Neffen er nicht besser sich erzog.
Weil er Euch liebt, drum sandt' er mich hieher,
Wär's nicht um ihn, ich ließ Euch längst in Stich.
Atalus.
Das wär' mir eben recht! du bist mir widrig.
Leon.
Ihr säßt noch bei den Pferden ohne mich.
Atalus.
Dort war mir wohl, auch hatt' ich Essen satt.
(Aufstehend.)
Nun denn, weil du für gar so klug dich hältst,
Weißt du hier Pfad und Steg und Ziel und Richtung?
Hast du bedacht, was sonst dem Menschen not?
Was nützt es uns, daß wir im Freien sind,
Wenn wir vor Mangel grausamlich verschmachten?
Der Wald dehnt sich wohl etwa tagelang,
Und eher findet sich ein reißend Tier,
Das uns verzehrt, als wir, wovon wir zehren.
Leon.
Vertraut auf Gott, der uns so weit geführt,
Er wird die Hungernden mit Nahrung trösten,
Wie den Gefangnen er die Freiheit gab.
Und nun—
Edritas Stimme (hinter der Szene).
Leon!
Leon.
Man kommt. Nur schnell von hinnen!