Leon.
Was fällt dir ein?

Atalus.
Ja ja, bleib nur bei uns.

Edrita.
Bedenk nur selbst. Kehrt nun mein Vater heim
Und fing euch nicht, was euer Gott verhüte!
So schlägt er mich und wirft mich in den Erker,
Wo ich schon einmal lag, wie einst die Mutter.
Und dann wird jener Galomir mein Mann.
Ich will ihn nicht. Ich sag euch's nun, ich will nicht.
Nehmt mich mit euch, ich bin euch wohl noch nütz.
Die Wege kenn ich hier und alle Schliche.
Ihr seid noch nicht so sicher, als ihr glaubt.
Sie führen Hunde mit, ich hört' es wohl,
Die wittern euch und schlagen bellend an,
Mich aber kennen sie und jeder schweigt,
Und streichl' ich ihn, legt er sich auf die Pfoten.
Ich will zu deinem Herrn, zu seinem Ohm,
Und dort den frommen Lehren horchend lauschen,
Die er wohl weiß von Gott und Recht und Pflicht.
Will mich mein Vater, soll er auch nur kommen
Und lernen auch, ist er gleich grau und alt.
Das ist ihm nütz. Sie sind auch gar zu wild.

Leon.
Ich aber duld es nicht!

Edrita.
Wie nur, Leon?

Leon.
Ich habe meinem frommen Herrn versprochen.
Nichts Unerlaubtes, Greulichs soll geschehn
Bei diesem Schritt, den nur die Not entschuldigt.
Hab ich den Sklaven seinem Herrn entführt,
Will ich dem Vater nicht die Tochter rauben
Und mehren so den Fluch auf unserm Haupt.

Edrita.
So hör doch nur!

Leon.
Es soll, es darf, es kann nicht.

Atalus.
Er ist nicht klug.

Edrita.
Ei, klüger, als du glaubst.
Er ist der Mann des Rechts, des trocknen, dürren,
Das eben nur den Gegner nicht betrügt.
Allein durch ungekünstelt künstliches Benehmen
Vertraun erregen, Wünsche wecken, denen
Sein wahres Wort dann polternd widerspricht,
Das mag er wohl und führt es wacker aus.
(Zu Atalus.)
So nimm denn du mich mit.