Edrita (zu Atalus).
Sorg du!
(Atalus nähert sich ihm.)
Edrita (leise zu Leon).
Wenn auch! Wenn auch!
Allein genügt er nicht, Ihr seid bewaffnet,
Und zieht er unsre Leute zu sich her,
Wird frei der untre Weg, der näh're, beßre,
Und so erreichen wir den Strom vor ihnen.
Leb wohl denn, Galomir, auf lange, hoff ich.
Leon.
Und kehrt Ihr zu dem Vater dieses Mädchens,
Sagt ihm, nicht ich—
Edrita.
Ich selber, meinst du, nicht?
Ich selber nahm die Flucht? Nun, sei bedankt
Um all die Sorglichkeit für meinen Ruf.
Doch weiß ich ja, daß du die Wahrheit sprichst;
So laß uns schweigen, dann sind wir am wahrsten
Und brauchen um nichts minder unsern Fuß.
Komm, Atalus!
(Sie geht nach der rechten Seite ab.)
Leon
(Atalus nach sich ziehend).
Ja, kommt!
Atalus.
Er regt sich immer.
Ich dächt', ein ringer Streich—
Leon.
Was fällt Euch ein!
(Er zieht ihn fort. Beide Edriten nach, ab.)
Galomir (ihnen nachsehend, dann gegen seine Bande wütend).
Ah!—Schurken—Oh—Mord Donner!—Oh, das Band!
(Er versucht, mit den Zähnen sich der Schnur zu nähern.)
Geht nicht! Und dort mein Horn. Blas an!
(Das Haupt hinabgeneigt.)
Geht auch nicht.
(Rüttelnd)
Verdammte Schurken!
(Er sinkt ermüdet auf den Sitz zurück. Plötzlich mit einem listigen Gesichte.)
Ih!
(Es ist ihm gelungen, den rechten Arm zum Teil aus dem Bande zu ziehen,
er rüttelt aber gleich wieder von neuem.)
Sei ruhig, Mann!
(Laut rufend.)
Uh! Uh!—Hört nicht!—Der Arm! Es geht! Der Arm.
Geht, Galomir, der Arm—Ah! Eh!
(Er hat den rechten Arm aus dem Bande gezogen und greift sogleich nach
dem Horne.)
Er bläst.
(Stößt ins Horn. Horchend.)
Horch!—Nein!
(Macht sich mit dem andern Arme los, den Weg der Fortgegangenen am Boden
verfolgend.)
Da! Da! In Wald—Eh, eh, kein Schwert.
(Auf die leere Scheide schlagend. Er bleibt am Ausgange rechts stehen und
stößt von neuem ins Horn. Ein entfernter Ruf antwortet.)
Ah. Ha! Wo Männer, wo?
(Neue Antwort, näher.)
Ah, dort. Heran.