Knecht.
Der Kattwald, ja. Wir waren auf der Weide,
's ist nun der zweite Tag. Und als er schied,
Befahl er grinsend mir, Euch nur zu sagen:
So treib' er Schulden ein, sobald sie fällig.

Fährmann.
Die ganze Herde für so kleine Schuld?
So sag ich mich denn auch für immer los,
Der Wilden Trutz ist nicht mehr zu ertragen.
Die Franken zahlen besser, sind auch besser.
(Auf einen Baum zeigend, in den ein Bild eingefügt ist.)
Sie schenkten dort mir jenes fromme Bild,
Und wenn die Frucht man kennet aus der Saat,
Gilt mehr ihr Gott als Wodan oder Teut.

Doch früher räch ich mich an jenen Argen.
Dem Kattwald fang ich nur ein Liebstes weg,
Ein Kind, ein Weib, den Nächsten seines Stamms,
Und das soll bluten, zahlt er nicht mit Wucher,
Was ungerecht er meiner Habe stahl.

Nun rüste mir den Kahn, ich will hinüber.
Man sagt, die Franken brechen wieder los
Und wollen jenes Ufer sich gewinnen,
Das streitig ohnehin, bald des, bald jenes,
Und spärlich nur bewohnt, zwei Tag' im Umkreis.
Sie zielen wohl auf Metz, wo jene Teufel
Ob ihrem Land die plumpe Wache halten.
Doch wird's wohl nicht so bald; drum noch Geduld,
Bis dahin heißt's verbeißen seinen Ärger.
Nur jenem Kattwald tu ich's früher an.
(Er geht in den Hintergrund, wo er sich am Flusse beschäftigt.)

Edrita (tritt von der linken Seite kommend rasch auf).
Wir sind am Strom!
(In die Szene sprechend.)
Verbergt die Waffen nur,
Im Notfall nehmt ihr leicht sie wieder auf.

(Die Jünglinge kommen.)

Hab ich mein Wort gehalten oder nicht?

(Leon eilt mit schnellen Schritten dem Ufer zu, von dort zurückkehrend, erblickt er den Baum mit dem Heiligenbilde und kniet betend davor nieder.)

Edrita (zu Atalus).
Wie unvorsichtig! Jetzt dorthin zu knien.

Atalus.
Da hat er recht. Man muß wohl also tun.
(Er kniet auch hin.)