Leon (Edritas Gesicht zwischen beide Hände fassend).
Edrita, schau! Da sind wir bei den Unsern.
(Sie loslassend.)
Ja so, du bist im Ganzen doch der dunkle Fleck.
Edrita (sich von ihm abwendend).
Bin ich? Da muß ich mich denn selber reinen.
Gregor.
So halt ich dich in diesen meinen Armen!
(Atalus will sich vor ihm auf die Knie niederlassen, er hebt ihn auf.)
Ich habe viel um dich gesorgt, mein Sohn,
Nicht nur, wie du der Haft wohl frei und ledig,
Nein, um dich selbst, um all dein Sein und Tun.
Ein Schleier fiel von dem bestochnen Auge.
Du bist nicht, wie du sollst. Wir wollen sehn,
Ob wir durch Sorgfalt künftig das ersetzen.
Nun aber sag, kamst du allein hierher,
War nicht ein andrer bei dir, den ich sandte?
Atalus (auf Leon zugehend).
Dort steht er, dem ich's danke. Dort mein Schutz.
Gregor.
Ha, du, mein toller Bursch. Mein Wackrer, Treuer!
Hier meine Hand! Nicht küssen, drücken—So.
Nu, hübsch gelogen? Brav dich was vermessen?
Mit Lug und Trug verkehrt? Ei ja, ich weiß.
Leon.
Nu, gar so rein ging's freilich denn nicht ab.
Wir haben uns gehütet, wie wir konnten.
Wahr stets und ganz war nur der Helfer: Gott!
Gregor. Das ist er auch in allen seinen Wegen.
(Zum fränkischen Anführer.)
Und so, in seinem Namen, bitt ich Euch,
Laßt los die Männer hier, gönnt ihnen Heimkehr.
(Auf Galomir und die Seinen zeigend.)
Es wäre denn, es fühlte einer Trieb,
Im Schoß der Kirche—Nun, sie wollen nicht,
Geht immer nur mit Gott. Hier ist kein Zwang.
Am Ende zwingt die Wahrheit jeden doch,
Sie braucht nicht äußre Helfer und Beschützer.
Wär' sie auch Wahrheit sonst? Zieht hin in Frieden.
Galomir (auf Edrita zeigend).
Die dort?