Gatter-Sägewerk. Kupferstich aus dem Maschinenbuch von Besson 1578.
Zwei recht umständlich gebaute Sägewerke von Besson ([Seite 40] und [41]) sind für uns interessant, wegen der Zahnstellung und der Zahnform. Besson hängt in den Gatterrahmen, der bei ihm schon aus Eisen konstruiert ist ([Seite 40]) das erste Sägeblatt mit den Zahnspitzen nach unten, das zweite mit den Zahnspitzen nach oben, das dritte wieder nach unten und das vierte wieder nach oben. So will er erreichen, daß das Gatter beim Auf- wie beim Niedergang in je zwei Schnitten gleichmäßig belastet ist.
In einem andern Sägewerk ([Seite 41]) hängt Besson zwei Sägeblätter in den Gatterrahmen ein, und er gibt den Zähnen eine Form, die man als ein umgedrehtes M bezeichnen kann. Er erhält dadurch ein Sägeblatt, das in beiden Richtungen schneidet.
Gatter-Sägewerk. Die Sägeblätter mit M-Zähnen. Nach Besson. 1578.
In dem Porträtbuch der Landauerschen Handwerkerstiftung in Nürnberg wird im Jahr 1571 ein Tischler abgebildet ([Seite 42]), in dessen Werkstatt wir eine Rahmensäge sehen. Die Form hat sich so herausgebildet, wie sie noch heute meist zu finden ist. Zwanzig Jahre später wird einer der Landauerschen Brüder, der nach der bildlichen Darstellung ein Säger war, als »Schalenschrodter« bezeichnet. Das Wort bezeichnet einen Handwerker, der mit der Schrotsäge Bretter sägt, die hauptsächlich zum Verschalen der Dächer verwendet wurden. Wir müssen bedenken, daß die Häuser des Kleinbürgers damals noch mit Holz gedeckt waren. Die Landauersche Stiftung, die von 1510 bis 1806 bestand, nahm ähnlich der Mendelschen ([Seite 26]) zwölf alte, arme Nürnberger Handwerker auf[51].
Säge eines Tischlers. Nürnberger Malerei von 1571.