47.
„Jäger zu Pferde“ im 15. Jahrhundert.

Die neu geschaffene und alsbald neu vermehrte Reitertruppe der „Jäger zu Pferde“ hat im Mittelalter ihren Vorläufer in dem „eques scoppetarius“ gehabt, den wir ums Jahr 1450 in verschiedenen Handschriften des Ingenieurs Mariano dargestellt finden.

Reiter mit Feuerrohr, Zeichnung um 1450.

Roß und Reiter sind schwer gepanzert. Der Reiter trägt eine langgeschäftete Hakenbüchse von großem Kaliber als Waffe. Beim Schuß legt er den Haken in eine Gabel, deren unteres Ende am Sattel befestigt ist. Den Schaft der Waffe stützt er gegen den Brustpanzer. Das Gewehr wird mit der linken Hand gerichtet, während die rechte die brennende Lunte bereit hält. Die Munition trägt der Reiter in einem besonderen Sack, der hinter den Sattel gelegt wird. Aus dem Text ist zu entnehmen, daß diese Jäger zu Pferde — wörtlich Stutzbüchsenreiter — noch ihr Schwert zum Angriff oder zur Verteidigung gebrauchen, wenn ihnen in der Schlacht das Pulver oder die Kugeln ausgehen. „Die Jäger zu Pferde sind geeignet zum ersten Angriff auf den Feind, auch erregen sie großen Schrecken und Pein und sind die Ursachen für den Sieg.“


48.
Granatierer — Grenadiere.

Granatenwerfer, Holzschnitt von 1561.