Walzwerk für Geschützdauben angetrieben von einer Turbine,
um 1500.
Leonardo zeichnete unter seinen vielen Maschinen ein Walzwerk, das er durch die im Vordergrund sichtbare Wasserturbine antreiben läßt. Das rechts vorn sichtbare Zahnrad bewegt die lange rechte Schraubenspindel, an der das zu ziehende, glühende Eisen angehängt ist. Dieses Eisen soll eine solche verjüngte Form bekommen, daß sich etwa zwölf dieser Eisen zu einem Geschützrohr zusammenschweißen lassen. Die endgültigen Querschnitte eines Eisens erkennen wir in den beiden rechts sichtbaren kleinen Skizzen. Die allmähliche Verjüngung des Eisenstabes wird in der Maschine dadurch bewirkt, daß eine oben links allein gezeichnete stählerne Spirale das glühende Eisen immer mehr zusammenpreßt. Die Wirkung der Maschine läßt sich in der deutlichen Skizze ohne weiteres verfolgen.
62.
Ein Dampfgeschütz.
Leonardos Skizzen zum Dampfgeschütz, um 1500.
Leonardo berichtet uns, daß er einmal ein Dampfgeschütz versucht habe. Es habe eine Kugel, die ein Talent wog, sechs Stadien weit geworfen. Man kann dem großen Meister diese Behauptung wohl glauben, wissen wir doch, daß er sich auch sonst eingehend mit Untersuchungen über die Dampfkraft beschäftigt hat. In der Skizze erkennen wir das Dampfgeschütz unten fertig zusammengestellt; oben sehen wir in drei Skizzen die Einzelheiten. Ein Kohlenfeuer erhitzt das im hinteren Ende des Laufes eingeschlossene Wasser. Sobald man das oben sichtbare Ventil öffnet, wird die Kugel herausgeschleudert. Kohlen und Wasser werden in besonderen Kästen am Lafettenschwanz mitgeführt. Noch in späteren Jahrhunderten versuchte man häufig Dampfgeschütze, doch stets ohne Erfolg.