Eine Verspottung der Maschinen-Erfinder. Kupferstich von 1754.
Die „Bartroßmühle“, eine Maschine, die über ein Dutzend Männer
zugleich rasiert. Man hält das eingeseifte Gesicht nur in eines der
runden Fenster, hinter dem die von dem Pferd bewegten
Rasiermesser kreisen.


107.
Ein Flugzeug-Motor von 1751.

Wie man sich um 1750 den Antrieb einer Flugmaschine dachte.

In einer der vielen Robinsongeschichten, die dem echten weltbekannten Roman vom Seefahrer Robinson Crusoe folgten, wird eine köstliche Darstellung einer Flugmaschine gegeben. Der Held der Erzählung erreicht, nachdem sein Gefährte schon ermattet zusammengebrochen ist, mit seiner Flugmaschine ein gesegnetes Eiland. Viel Platz haben die beiden auf ihrem Eindecker nicht gehabt. Ununterbrochen mußten sie, als ständen sie an einer Feuerspritze, „den Schwengel drehen“.


108.
Die Erbswurst im 18. Jahrhundert.

Der Direktor der Kgl. Hofapotheke zu Berlin, Herr Johann Heinrich Pott, erfand im Jahre 1756 ein „Pulver wider den Hunger“. In den bekanntesten Tagebüchern des Generalmajors von Scheelen wird über diese Erfindung folgendermaßen berichtet: „Der Regiments-Felscher Schmuckert von der Garde hatte ein Pulver erfunden, davon man ohne Brot und ander Essen 14 Tage leben kann, und es dem König gemeldet, der König machte also die Probe. Den 5. mußte von der Garde der Lieutnant Raoul mit drei Mann vor die langen Brücke nach der Maulbeerplantage vom Waisenhause gehen und daselbsten acht Tage in einem Hause sich einquartieren und alle Tage stark arbeiten und manchmal des Tages zwei Meilen marschieren. Es waren drei verschiedene Kerls. Der erste war ein gesunder starker Kerl, der für zwei Mann essen konnte. Der zweite war ein ordinairer Esser, aber ein starker Trinker, etwas liederlich. Der dritte ein sehr ordentlicher Mensch im Essen und Trinken. Der Lieutnant Raoul hingegen, war der schwächlichste von ihnen allen. Ein jeder bekam des Tages zwölf Loth Pulver, des Morgens zwei Loth, alsdann vier Stunden gearbeitet, zu Mittag sechs Loth, wieder vier Stunden gearbeitet, als Wasser zu trinken. Der liederliche konnte Tabak rauchen und täglich vor ein Dreier Branntwein trinken, des Abends vier Loth. Man tat das Pulver in kochend Wasser und ließ es zwei Minuten kochen, so war es gut und wie ein Brei zu essen, es quoll auf, die Leute bekamen sonst nichts anderes zu essen, der Lieutnant mußte davon repondieren. Sie bekamen auch nichts. Die ersten Tage sättigte das Pulver die Leute sehr gut, ohne daß ihre Kräfte abnahmen. Der Lieutnant rapportierte alle Morgen schriftlich davon General Retzwo, Major Diericke. Des Nachts schliefen die Leute auch draußen. Das neuerfundene Pulver wider den Hunger ist in Frankreich erst vorm Jahr erfunden worden, man hält es dorten sehr geheim. Der Herzog von Nivernois hat unserm König was davon gegeben, dieser hat es in Berlin durch den Professor Pott auflösen lassen. Das Rezept hat Balbi und General Retzwo an den Regiments-Felscher Schmuckert gegeben, der hat das Pulver nachgemacht und gibt es vor seine Erfindung aus.“