Wenn so die Anpassung an die Lichtverhältnisse durch Verwendung eines geeigneten Objektives geschieht, so fällt der Verschlußblende die Aufgabe zu, sich der Geschwindigkeit des aufzunehmenden Gegenstandes anzuschmiegen. In erster Linie hat die Blende den Wechselvorgang des Filmbandes völlig zu verdecken; sie muß dazu völlig undurchsichtig sein, und man läßt sie in der Regel in Flügelform hinter dem Objektiv rotieren, derart, daß kein »falsches Licht« auf den Film gelangen kann. Eine gewöhnliche Flügelblende würde nun, vorausgesetzt, daß man stets dieselbe Anzahl Bilder in der Sekunde aufnimmt, immer gleiche Belichtungen geben, z. B. von 1/30 bis 1/40 Sekunde. Eine solche Exposition wird aber für sehr rasch bewegte Gegenstände nicht kurz genug sein, um diese scharf wiederzugeben. Der Amateurphotograph, welcher springende Pferde, vorbeisausende Automobile und dergl. photographiert hat, weiß das. Aus diesem Grunde muß sich die Verschlußöffnung entsprechend verkleinern lassen; man fertigt dazu die Blende in der Regel aus zwei Segmentteilen, die gegeneinander verstellbar sind.

Zur Vervollständigung der Kamera gehört insbesondere ein Sucher, welcher die Aufnahmeszene zeigt. Namentlich für rasches Arbeiten ist es gut, wenn der Sucher nicht zu klein ist. Die für Berufsleute bestimmten Apparate haben noch verschiedene Einrichtungen, wie ein Zählwerk, welches angibt, wieviel Meter Film belichtet sind, und eine Markiervorrichtung zur Bezeichnung der Stelle, wo die Aufnahme zu Ende ist. Die Films werden in der Regel mit Hilfe von Kassetten eingesetzt, die nach erfolgter Aufnahme bei Tageslicht ausgewechselt werden können.

Bei den Aufnahmeapparaten wird zur Vorwärtsbewegung meist der Greifer oder auch das Malteserkreuz benutzt, seltener der Schläger. Das Greifersystem, welches für das Werk des Vorführungsapparates weniger beliebt ist, muß hier als besonders geeignet bezeichnet werden. Gut ausgeführt, garantiert es einen genauen Transport des Filmbandes um jeweils dieselbe Strecke. Der Vorschub des Filmbandes von der Spule zur Belichtungsstelle und der Transport von dort zur Aufwickelspule geschieht zuweilen mit Hilfe einer einzigen Trommel, wie es die Abbildung [Fig. 115] zeigt. Der Film läuft zuerst oben über die Trommel und wird nachher von dem unteren Teil derselben transportiert. Zwischen Trommel und Türe muß das Band sowohl oben wie unten eine hinreichend große Schlaufe bilden.

Fig. 115.

Die in [Fig. 115] dargestellte Kamera, die einfacherer Art ist, faßt Filmrollen bis zu etwa 35 Meter Länge, welche mittels Kassetten bei Tageslicht eingesetzt und ausgewechselt werden können. Der ruckweise Transport des Bandes geschieht durch einen Greifer. Als Objektiv ist ein festeingestelltes Collinear f:6,3 vorgesehen. Um einen Anhalt bezüglich Abmessungen und Gewicht eines solchen Apparates zu bieten, sei mitgeteilt, daß dieses Modell 23 1/2 × 12 × 23 1/2 cm groß ist und etwa 2 1/2 kg wiegt.

Fig. 116.