Es ist hier noch eine Einrichtung zu besprechen, die sehr häufig bei Kinematographen zur Anwendung kommt, und die dazu dient, eine Entzündung des Filmbandes durch die Strahlen zu verhindern. Das Zelluloid, woraus das Filmband besteht, ist ja leicht entzündlich und die Lichtstrahlen, die den Film kreuzen, sind bei starker Lichtquelle von intensiven Wärmestrahlen begleitet. Während der Film durch den Apparat bewegt wird, ist allerdings nicht das geringste zu befürchten; denn in der kurzen Zeit, die jedes Filmbildchen in Projektionsstellung verweilt, vermag auch das stärkste Licht keine schädliche Wirkung darauf auszuüben. Vorsicht ist jedoch beim Einsetzen des Filmbandes am Platze, weil dann der Film einige Zeit in der Türe ruhig steht und das in der Öffnung befindliche Stück der Einwirkung der Strahlen ausgesetzt ist.
Fig. 39. Feuerschutz mit Regulator.
Während man nun vielfach beim Einsetzen des Film die Strahlen einfach durch einen am Laterngehäuse befindlichen Schieber absperrt, hat man auch Einrichtungen zur Anwendung gebracht, die bei Ruhestellung des Apparates selbsttätig eine Absperrung des Lichtkegels bewirken und dadurch eine Entzündung des Film infolge Unachtsamkeit ausschließen. Die Abbildung [Fig. 39] zeigt eine derartige Konstruktion, bei der man sich den Regulator der Dampfmaschine zunutze gemacht hat. A ist eine leichte Metallplatte, welche die Türöffnung des Apparates verdeckt und das darin befindliche Filmstück gegen die Strahlen schützt. Sowie aber der Mechanismus in Bewegung gesetzt wird, senkt sich die Platte nach unten in die punktierte Stellung und gibt die Türe frei. Dies wird bewirkt durch den Regulator B, und zwar in folgender Weise. Wenn der Apparat in Gang kommt, wird die den Regulator tragende Stange in schnelle Umdrehung versetzt; die beiden Kugeln schlagen infolge der Zentrifugalkraft hoch und heben mit ihren Armen das Metallstück C, woran mittels Hebelübertragung die Sperrplatte A befestigt ist. Man findet bei manchen Apparaten diese Platte direkt, ohne Hebel, mit dem Regulator verbunden, derart, daß sie in einer Führung hochgehoben wird. Diese Anordnung zeigt aber in der Praxis leicht einen Übelstand. Die Platte wird nämlich durch die Strahlen erhitzt und sie kann sich dadurch erfahrungsgemäß so stark ziehen, daß sie sich in der Führung festklemmt und daß der Mechanismus versagt. Wie diese automatische Feuerschutz-Vorrichtung mit Regulator vom Werk aus angetrieben wird, ist aus [Fig. 40] deutlich zu ersehen. Auch der auf gleichem Prinzip beruhende Regulator auf horizontaler Achse, wie man ihn bei Phonographen sieht, kommt beim Kinematographen häufig zur Anwendung.
Fig. 40. Apparat mit automatischem Feuerschutz.
In einer anderen Konstruktion, die in [Fig. 41] dargestellt ist, wird die automatische Absperrung und Öffnung des Strahlenkegels mit Hilfe einer kleinen Luftpumpe bewirkt. Die Pumpe P ist durch einen Schlauch S mit einem schmalen Zylinder C verbunden und in diesem befindet sich ein Kolben, an dem die Sperrplatte A angebracht ist. Sowie man nun den Apparat in Gang bringt, wird die Pumpe durch eine vom Werk angetriebene Scheibe B in Tätigkeit gesetzt; sie preßt durch den Schlauch Luft in den Zylinder und hebt den Kolben mit Sperrplatte hoch, sodaß diese die Türe frei gibt. Diese Einrichtung bedarf, wenn sie auf die Dauer zuverlässig arbeiten soll, der Wartung. Zylinder mit Luftpumpe und Kolben müssen geölt werden und man muß Sorge tragen, daß der Kolben nicht durch verdicktes Oel festgeklemmt wird. Einfacher im Betriebe ist die zuerst beschriebene Konstruktion mit Regulator.