Widerstände werden in verschiedenen Ausführungen angefertigt. Die Widerstände in Rollenform, die bei elektrischen Anlagen (Straßen-, Saalbeleuchtung etc.) zur Anwendung kommen, sind für unsere Zwecke meist zu schwach, indem dort stets zwei oder noch mehr Bogenlampen hintereinander brennen und mithin eine wesentlich geringere Spannung zu vernichten ist als bei Einschaltung einer einzigen Lampe. Wie man die Größe des Widerstandes, also seine »Ohmzahl«, berechnet, wurde oben ausgeführt. Es sei noch bemerkt, daß die darin »vernichtete« Elektrizität in Wärme umgewandelt wird; damit nun die Erhitzung der Drähte nicht eine zu starke wird und diese nicht zum Glühen kommen oder gar durchbrennen, müssen sie der Stromstärke entsprechend stark gewählt sein. Daher darf auch nicht ein für niedrige Stromstärke bestimmter Widerstand für eine hohe Ampèrezahl verwendet werden. Recht zweckmässig ist ein regulierbarer Widerstand, wie ihn z. B. die Abbildung [Fig. 82] zeigt. Durch Drehen der Kurbel kann man Drahtspiralen ein- und ausschalten und dadurch die Stromstärke verändern; bei dieser Anordnung hat man es also in der Hand, den Bildern je nach Bedarf mehr oder weniger Licht zu geben. Das ist beispielsweise auch eine große Annehmlichkeit, wenn man zwischen den Films stehende Lichtbilder zeigt, die weniger Licht brauchen. Für Wanderunternehmungen, die immer mit verschiedenen Stromverhältnissen zu tun haben, empfiehlt sich die Beschaffung eines Universalwiderstandes, der auf verschiedene Netzspannungen gerichtet ist und beispielsweise einen Spielraum von 65 bis zu 250 Volt bietet.
Fig. 82.
Der Widerstand muß von Zeit zu Zeit daraufhin nachgesehen werden, ob die Kontakte sauber und die Drahtspiralen fest angezogen sind.
Zuleitung und Sicherung.
Der Anschluß an die elektrische Leitung muß an einer Stelle geschehen, wo der Draht hinreichend stark ist, sodaß dort die genügende Anzahl Ampères entnommen werden kann. Als Anhalt mag dienen, daß man die Leitungsdrähte in folgender Weise beanspruchen darf: solche von 1,8 mm Durchmesser bis zu 10 Ampères, von 2,3 mm bis zu 15 Ampères, von 2,8 mm bis zu 20 Ampères, und solche von 3,6 mm Durchmesser bis zu 30 Ampères. Dabei ist ferner zu berücksichtigen, daß sowohl für die Hauptleitung wie auch für jede Zweigleitung auf der Schalttafel eine Sicherung vorgesehen ist, die zum Schutze der Leitung dient. Wenn nämlich einmal durch Unvorsicht zwei blanke Stellen der Drähte in Berührung kommen oder durch einen Metall-Gegenstand verbunden werden — der Techniker nennt das »Kurzschluß« — so wird infolge des geringeren Widerstandes plötzlich ein starker Strom durch die Leitung fließen, der bei andauerndem Kurzschluß den Draht übermäßig erhitzen und durchbrennen würde. Die Sicherung nun besteht aus einem Stück Blei- oder Silberdraht, der bei einer bestimmten Stromstärke durchschmilzt und dadurch den Strom öffnet, und zwar wird die Sicherung der Stärke der Leitung so angepaßt, daß eine Überbelastung der letzteren unmöglich gemacht ist. Die Ampèrezahl, welche die Sicherung durchläßt, ist darauf aufgeschlagen. Man braucht also nur die Sicherung nachzusehen, um festzustellen, ob die betreffende Leitung für den Anschluß stark genug ist.
Bei Gleichstrom und Wechselstrom hat man mit einer Zuleitung zu tun, die aus zwei Drähten besteht; an diese wird einfach angeschlossen. Bei Drehstrom (Mehrphasenstrom) gibt es hingegen drei Drähte, an deren zwei man anschließen muß, um einphasigen Wechselstrom zum Betrieb der Bogenlampe zu erhalten. Man setzt sich dieserhalb mit dem Elektrizitätswerk oder einem Elektrotechniker in Verbindung. Es kommt auch vor, daß Gleichstrom drei Leitungen besitzt; wir haben dann das sogenannte Dreileitersystem. Hier werden ebenfalls zum Anschließen nur zwei Drähte benutzt: Die Verwendung beider »Außenleiter« gibt die normale hohe Spannung des Netzes, z. B. 220 Volt, während der Anschluß an einen der Außenleiter und den »Innenleiter« (Nullpol) die Hälfte der Spannung, im obigen Beispiele also 110 Volt, liefert. Man wird wenn irgend möglich die letztere Anschlußweite benutzen; jedoch schreiben die Elektrizitätswerke in der Regel für Entnahme hoher Stromstärken die Benutzung der beiden Außenleiter vor, da sonst eine zu starke und einseitige Belastung des Netzes eintreten kann.
Die Schalttafel.
Bei ständigen Einrichtungen wird für den Apparat eine besondere Schalttafel angelegt, worauf der Widerstand bezw. Transformator, eine Sicherung, ein Ausschalter und ein Stöpselkontakt montiert sind; letzterer dient zum Anschluß der Lampe. Zur Vervollständigung bringt man zuweilen noch ein Ampèremeter und ein Voltmeter darauf an, zwei Instrumente, welche Stromstärke bezw. Spannung anzeigen. Für Kinematographen-Theater ist die Benutzung eines Ampèremeters zu empfehlen. Die Anordnung einer solchen Schalttafel mit daran angeschlossener Bogenlampe zeigt die beigegebene Abbildung ([Fig. 83]). Die Drahtleitung von der Schalttafel zur Bogenlampe muß entsprechend stark sein; in der Regel benutzt man dazu eine verflochtene Doppelschnurleitung. Ist die Lampe nicht in der Nähe der Schalttafel, so empfiehlt es sich, beim Apparat noch einen Ausschalter anzubringen.