Wieviel Äther gebraucht wird, hängt von der Art des angewendeten Brenners ab und von dem Druck, unter welchem man den Sauerstoff zuführt; man wird im allgemeinen pro Stunde nicht mehr als 100 ccm verbrauchen; jedoch empfiehlt es sich, den Inhalt reichlich zu bemessen, da man während der Vorführung nicht nachfüllen kann.
Die Schlauchverbindung unterscheidet sich hier von der Anordnung beim Gasator dadurch, daß auch der Äther-Saturator mit der Stahlflasche verbunden wird. Der im Saturator entwickelte Ätherdampf soll nämlich zum Brenner vorwärts getrieben werden, und um dieses zu erreichen, läßt man einfach den Sauerstoffdruck darauf wirken. Man muß gutes Schlauchmaterial verwenden, da Äther den Gummi auf die Dauer angreift. Aus [Fig. 93] (s. Seite [180]) ist die Schlauchverbindung ersichtlich, nur ist dort an Stelle der Stahlflasche ein Sauerstoff-Gasometer verwandt.
Um das Licht darzustellen, verfährt man hier folgendermaßen: Man öffnet beide Hähne des Saturators sowie den linken Hahn des Brenners, während der rechte Brennerhahn einstweilen geschlossen bleibt. Dann dreht man, nachdem der Ventilhahn der Sauerstoffflasche geöffnet ist, langsam die Stellschraube des Druckreduzierventils hinein, bis sich ein schwaches Sausen an der Brennerspitze bemerkbar macht; der in den Saturator eintretende Sauerstoff drückt nun die Ätherdämpfe vorwärts und nach einigen Augenblicken kann man entzünden. Zunächst läßt man die Flamme einige Minuten klein brennen, um das Kalkstück vorzuwärmen, dann stellt man den linken Brennerhahn weiter offen, sodaß eine kräftige Flamme herausschlägt, und öffnet nun langsam den rechten Brennerhahn; alsbald entsteht eine Stichflamme und das Kalkstück wird an der getroffenen Stelle in Weißglut versetzt. Durch Einregulieren des linken Brennerhahnes sucht man den besten Lichteffekt zu erzielen.
Die Helligkeit des Lichtes kann auch hier durch Erhöhung des Arbeitsdruckes, der mittels der Stellschraube am Druckreduzierventil reguliert wird, gesteigert werden. Doch soll man dabei nur langsam vorgehen, denn eine schnelle Druckänderung hat in der Regel ein Zischen des Brenners zur Folge; sollte sich ein solches Zischen bemerkbar machen, so muß man den rechten Brennerhahn so weit schließen, bis das Zischen aufhört, und ihn dann langsam und vorsichtig wieder öffnen.
An Stelle des Starkdruckbrenners kann hier auch der sogenannte Mischbrenner verwendet werden, der sich von ersterem dadurch unterscheidet, daß die injektorartige Vorrichtung fehlt. Bei einem solchen Brenner muß außer dem linken Hahn auch der rechte Brennerhahn zur Erzielung des besten Lichtes einreguliert werden, während man diesen beim Starkdruckbrenner stets ganz offen stellt.
Um das Licht auszulöschen, schließt man zuerst den linken Brennerhahn und sperrt dann erst den Sauerstoff ab; wenn man in dieser Weise verfährt, wird sich beim Auslöschen niemals ein Knall bemerkbar machen, was sonst unter Umständen eintreten kann.
Während der Vorführung ist dafür Sorge zu tragen, daß der Äther gleichmäßig vergast. Namentlich bei niedriger Zimmertemperatur sowie bei stärkerem Ätherverbrauch ist es dazu notwendig, dem Saturator etwas Wärme zuzuführen; dieses geschieht, indem man ihn neben oder hinter die Projektionslaterne stellt oder in ein am Ofen gut erwärmtes großes wollenes Tuch wickelt. Eine zu starke Erhitzung des Saturators ist ebenso zu vermeiden wie eine zu starke Abkühlung: der Apparat soll handwarm bleiben. In der wärmeren Jahreszeit sowie beim Arbeiten mit schwächerem Gasdruck geht die Vergasung in der Regel ohne Wärmezuführung vonstatten.
Fehlerhafte Erscheinungen beim Äthersaturator.
Wenn man beim Inbetriebsetzen kein ordentliches Licht bekommt, so ist anzunehmen, daß der Äther zu schwach vergast. Der Grund muß dann gesucht werden in zu niedriger Temperatur oder in zu geringer Füllung oder in unbrauchbarem Äther. Kommt flüssiger Äther aus der Brennerspitze heraus, so ist übermäßig viel Äther in den Saturator gefüllt (der Überschuß muß dann abgeschüttet oder herausgeblasen werden) oder man hat den Sauerstoff unter zu starkem Druck aufgesetzt.