[Ausrüstungs-Gegenstände und Aufstellung des Apparates.]

Das Stativ.

Das Stativ, worauf der Apparat zur Vorführung gestellt wird, muß recht kräftig und stabil sein, damit der Kinematograph beim Hantieren nicht ins Zittern gerät, wodurch ein unangenehmes Vibrieren des Lichtbildes verursacht würde. Aber nicht nur das: Der Apparat muß auch fest auf seiner Unterlage stehen, wenn nötig, darauf verschraubt werden. Ein hohler Kasten als Untersatz ist zu vermeiden, da er das unvermeidliche Geräusch des Bewegungs-Mechanismus verstärkt.

Zuverlässig ist ein stark gebautes Stativ in Tischform, wie es z. B. die Abbildung [Fig. 100] zeigt; es wird mit einem Bort zum Auflegen von Sachen versehen, worauf ev. der Elektromotor zum Antrieb des Werkes kommt, während Regulierwiderstand und Schalter für den Motor an der Seite angebracht werden. In Kinematographen-Theatern verwendet man vielfach eiserne Stative. Für die Reise baut man zusammenlegbare Tischstative, die transportabel und doch völlig fest sind.

Die Projektionswand.

Kinematographische Lichtbilder werden meistens in der Aufsicht gezeigt, seltener durch einen transparenten Vorhang geworfen, wie dies vielfach bei der Glasbilder-Projektion geschieht. Zum »Aufwerfen« bedient man sich eines weißen, möglichst undurchsichtigen und glatten Schirmes, wie man solchen, in geeigneter Weise präpariert, unter der Bezeichnung »Reflexwand« bekommt. Schirting oder Leinwand sind ebenfalls recht brauchbar, doch sind diese Stoffe mehr oder minder lichtdurchlässig und sie werfen daher nur einen Teil der Strahlen zurück. Durch Bestreichen mit weißer Farbe, welche die Poren schließt, kann man die Reflexionsfähigkeit erhöhen, und zwar wird dazu empfohlen Zinkweißleimfarbe oder Stärkekleister mit einem Zusatz von Magnesia, während man von Oelfarbe absehen muß, da der Auftrag brüchig wird. Für die Reise sind solche präparierten Wände unbequem, weil sie sich nur rollen, nicht aber zusammenfalten lassen; man nimmt da lieber einen waschbaren, weißen Stoff, wenn er auch etwas weniger stark reflektiert. Sehr schön erscheinen die Bilder auf einer mit Zinkweiß gestrichenen oder mit Gips ausgespachtelten Mauerwand des Vorführungsraumes.

Fig. 100.

Neuerdings hat man Projektionsschirme in den Handel gebracht, deren Reflexionskraft durch einen Auftrag von Aluminiumbronze in Verbindung mit einem geeigneten Bindemittel wesentlich erhöht wird; sie sind unter dem Namen Silberschirme oder Totalreflexwände bekannt. Der Lichtgewinn ist ein ganz bedeutender. Er ist besonders hoch bei sehr glatter Ausführung der Oberfläche; doch ist bei starkem Glanz der Abfall der Helligkeit nach der Seite hin ein größerer, so daß seitlich sitzenden Zuschauern das Lichtbild weniger gut beleuchtet erscheint. Andererseits erhält man auf matteren Wänden dieser Art, deren Reflexionskraft geringer ist, ein Lichtbild, das innerhalb eines größeren Winkels in ungeschwächter Helligkeit erscheint. Während für schmale, lange Räume ein glatter, stark reflektierender Totalreflexschirm brauchbar ist, muß für breitere Räume eine entsprechend mattere Wand genommen werden. Infolge des großen Lichtgewinns bieten diese Schirme den Vorteil, daß man mit einer weniger intensiven Lichtquelle auskommt, daß man also erheblich an elektrischem Strom oder Sauerstoff sparen kann. Fernerhin gelangen auf der silbernen Oberfläche farbige Lichtbilder schöner und lebhafter zur Wiedergabe.