Nachdem der Apparat aufgestellt ist, muß zunächst die Lichtquelle, über die wir vorher bereits gesprochen haben, in Betrieb gesetzt und so eingestellt werden, daß auf dem Projektionsschirm ein gleichmäßig beleuchtetes Bildfeld erscheint, ohne blaue Flecken und ohne gelbrote Ränder. Dann gilt's den Film einzuspannen. Wenn der Apparat kein Kühlgefäß und keine automatische Feuerschutz-Einrichtung besitzt, so muß man beim Einspannen eine Vorsichtsmaßregel treffen, damit nicht die Strahlen während dieser Zeit den Film beschädigen oder gar entzünden. Recht zweckmäßig und einfach ist folgendes Verfahren. Man bringt in die Bildbühne des Apparates einen Bildhalter und setzt in eine der Schieberöffnungen ein Stück Mattglas, während die andere Oeffnung frei bleibt. Aus [Fig. 50] ist diese Anordnung ersichtlich. Man schiebt nun das Mattglas vor den Kondensor, wodurch die Strahlen zerstreut und derart geschwächt werden, daß sie dem Film nichts mehr antun können. Gleichzeitig kommt das zerstreute Licht, das alle Teile des Mechanismus beleuchtet, beim Einspannen des Film sehr zu statten. Zuweilen wird statt dessen eine am Apparat angebrachte Verschluß-Vorrichtung verwandt, die dann aber alles Licht abschneidet. Empfehlenswert ist auch die weiter oben erwähnte Einschaltung eines Drahtnetzes.
Der Film wird aus der Büchse genommen und auf die Spule gesteckt, die, wie ich weiter oben beschrieb, in der Regel zweiteilig ist und sich auseinandernehmen läßt. Wenn der Film zu eng aufgewickelt war, so daß er nicht auf die Spule geht, so stecke man den Zeigefinger der rechten Hand in die Öffnung der Rolle und drehe den Film mit der linken Hand von außen her zurück; dadurch lockert sich die Rolle und die Öffnung kann allmählich erweitert werden.
Nachdem die Spule auf den dafür bestimmten Halter gesetzt und festgemacht ist, zieht man ein Stück Film herunter, um es in den Mechanismus einzuspannen. Es ist dabei folgendes zu beachten. Der Film muß stets »umgekehrt«, d. h. die Köpfe der Bilder nach unten, durch den Apparat laufen. Ferner muß die Schichtseite, das ist die matte Seite, die beim aufgerollten Film nach innen ist, dem Kondensor zugekehrt sein; nur wenn man die Lichtbilder »durchwirft«, wenn man also einen transparenten Schirm benutzt, soll die Schicht nach der anderen Seite, nach dem Objektiv hin, zeigen, weil sie sonst auf dem Lichtbilde seitenverkehrt (rechts und links vertauscht) erscheint. Auf einen Punkt muß ich noch aufmerksam machen. Man stecke die Filmrolle derart auf die Spule, daß der Film (von der Türe des Apparates aus gesehen) von oben her über die Spule kommt und nicht unter der Spule her in den Mechanismus läuft. In letzterem Falle kann der Film leicht in einer Schlaufe herunterhängen und je nach der Konstruktion des Apparates ist er dann mehr oder weniger der Gefahr ausgesetzt, durch die Blendflügel beschädigt zu werden.
Bevor man den Film einspannt, überzeuge man sich, ob auch alle Teile, mit denen er in Berührung kommt, recht blank und sauber sind, damit er beim Durchlaufen keine Beschädigungen erleidet. Beim Einspannen, das ich hier im einzelnen nicht beschreiben kann, weil ja die Handgriffe bei den verschiedenen Konstruktionen mehr oder minder voneinander abweichen, achte man besonders darauf, daß der Film mit seiner Perforation gut auf die Zahntrommeln zu liegen kommt, daß die Zähne schön in die Löcher eingreifen und die dagegen drückenden Rollen richtig anliegen. Wenn der Apparat mit einer Vorschubtrommel (oberhalb der Türe) versehen ist, so vergesse man ja nicht, zwischen ihr und der Türe einen Bausch zu bilden. Man mache jedoch den Bausch nicht zu groß, denn ein großer Bausch schlägt hin und her, wodurch nicht nur der Film leiden mag, sondern auch eine Abnutzung der Zahntrommel herbeigeführt werden kann.
Einen weiteren Bausch muß man dem Film geben bei Apparaten mit ruckweise bewegter Trommel, wie z. B. beim Maltesersystem, indem unten eine zweite Zahntrommel angebracht ist, welche den Film der Aufrollvorrichtung gleichmäßig zuführen soll, und zwar gehört der Bausch zwischen diese beiden Trommeln (vergl. [Fig. 28]). Auch hier heißt es: den Bausch nicht größer machen, als es ein glatter Transport des Filmbandes erfordert.
Es empfiehlt sich, die Einrichtung, die zur Nachstellung des Film dient, wenn das Bild nicht genau in der Oeffnung sitzt, also den verstellbaren Rahmen in der Türe oder die verstellbare Rolle, oder welcher Art diese Einrichtung sonst auch sei, von vorneherein auf die Mitte zu stellen, so daß nach beiden Seiten hin gleich viel Spiel zum Nachregulieren bleibt. Zweckmäßig ist es fernerhin, wenn man an der Transporttrommel des Bewegungs-Mechanismus und am Film selbst Marken anbringt, die beim Einspannen als Anhalt dienen und ein Nachregulieren überflüssig machen. Man macht dazu auf dem Filmband an einer kurzen Strecke im Anfange desselben die Linien zwischen den einzelnen Bildern, also Fuß- und Kopfende derselben, leicht kenntlich, beispielsweise durch eingestochene Löcher, und versieht die Transporttrommel mit entsprechenden Strichmarken, die sich mit obigen Zeichen decken müssen, wenn der Film richtig in der Türöffnung sitzen soll.
Bei erstmaliger Benutzung des Film schiebe man ihn in der Türe auf und ab und prüfe, ob er gut dadurch geht; denn es könnte vorkommen, daß ein Film zu breit ist und sich in der Türe klemmt. Nachdem die Türe geschlossen und der Film über die Transporttrommeln gespannt ist, klemmt man den Anfang des Bandes hinter der Feder der Aufrollspule fest. Ist eine solche nicht vorhanden, so stelle man vor den Apparat einen Behälter, und zwar so, daß der Film glatt hineinlaufen kann, ohne daß er unterwegs Widerstand findet. Wenn der Film nämlich nach dem Austreten aus dem Apparat aufgehalten wird, so bauscht er sich infolge der Stockung hoch und es besteht dann die Gefahr, daß er das Objektiv verdeckt und eventuell auch daß der Blendflügel ihn zerschlägt. Zum Auffangen des Filmbandes benutzt man einen Kasten, Korb oder Sack; sehr empfohlen wird auch ein Metallkasten mit abnehmbarem Deckel, in dem sich ein Schlitz zum Einführen des Film befindet. Ein solcher Kasten bietet besseren Schutz gegen Beschädigung und vor allem gegen Entzündung des Bandes, wie sie beispielsweise durch ein leichtsinnig zu Boden geworfenes glimmendes Streichholz oder Zigarre hervorgerufen werden könnte. Heutzutage sind übrigens auch die billigeren Apparate meistens mit einer Aufrollvorrichtung versehen.
Nun ist alles zur Vorführung bereit. Hat man sich beim Einspannen des Film zur Zerstreuung der Strahlen eines Mattglases bedient, so schiebe man in dem Augenblick, wo man zu drehen beginnt, mit der linken Hand den Bildhalter herüber, sodaß die freie Öffnung vor den Kondensor kommt und das Licht ungehindert passieren kann. Der Anfänger tut gut, zunächst ein paarmal langsam zu drehen und sich zu überzeugen, ob auch der Film allenthalben gut sitzen bleibt und glatt durch den Apparat läuft.
Der Vorführer muß sich alsdann durch einen Blick auf die Wand überzeugen, daß der Film richtig in der Türöffnung steht und daß das Lichtbild scharf eingestellt ist; wenn nötig muß er rasch nachhelfen. Die genaue Einstellung des Objektives besorgt man am besten vor dem Einspannen des Filmbildes, indem man dazu von einem Film ein kleines Stückchen abschneidet und dieses in die Türe einsetzt.