[Das Kalklicht]

ist für Projectionszwecke das schönste Licht. Es ist ausserordentlich hell und weiss, sehr ruhig und einfach zu handhaben.

Kalklicht wird erzeugt, indem man ein Gemisch von Sauerstoffgas mit Wasserstoff- oder gewöhnlichem Leuchtgas oder Alcoholdämpfen unter Druck auf ein Stück gebrannten Kalk leitet und entzündet; dadurch wird das Kalkstück zu intensiver Weissgluth gebracht.

Bei Verwendung dieser Lichtquelle handelt es sich zunächst um die

Bereitung des Sauerstoffgases.

Zwar kann man verdichteten Sauerstoff in Stahlcylindern im Handel bekommen, aber doch nur an sehr wenigen Orten; und selbst wenn man ihn direct beziehen kann, wird man noch leicht in die Lage kommen, sich den Sauerstoff selbst herstellen zu müssen. Dabei macht die Selbstbereitung viel weniger Umstände. Von der Gefahr, welche mit der Benutzung des comprimirten Sauerstoffes verbunden ist, wollen wir gar nicht sprechen.

Man erhält Sauerstoffgas, wenn man eine Mischung von 4 Theilen chlorsaurem Kali mit 1 Theil Braunstein in einer Retorte erhitzt. Eine solche Retorte ist in Figur 5 abgebildet. Sie muss mit einem Sicherheitsventil versehen sein; hier dient dabei als solches ein Kork, der nicht zu fest in eine Oeffnung eingesetzt wird.

Practischer und völlig gefahrlos ist die Sicherheitsretorte oder der Sauerstoffgenerator, der in Figur 6 dargestellt ist. Diese Retorte besteht aus einer flachen eisernen Glocke, welche auf einer Platte liegt und gasdicht darauf abgeschliffen ist; durch einen Bügel wird die Glocke auf die Platte festgepresst. Der Bügel, welcher seinerseits durch zwei Spiralfedern niedergehalten wird, ist unten drehbar befestigt; man öffnet die Retorte, indem man den Bügel mittelst der hölzernen Handhabe etwas anhebt, vorne überzieht und dann die Glocke abhebt. Das Schliessen geschieht umgekehrt.