— — Hinter den Häusern ist eine große Wiese, deren östliche Seite von einem sanft ansteigenden Hügel begrenzt wird. Hier hat der Jahrmarkt seine Genüsse für das tanzlustige und gaffende Volk ausgebreitet.

Einige zigeunerhafte Gestalten vollbringen eine schrille, quiekende Musik, zu der die Dirnen und die Burschen sich in wildem Tanze drehen. Dort raufen stramme Handwerksgesellen mit übermütigen Soldaten, bis der Büttel Ordnung schafft. In einem Winkel, überschattet von dem jungen Grün einer Buche, sitzt ein altes Weib. Vor ihr steht ein kleiner Tisch, und auf diesem liegt ein Pack grober Zettel.

»Kommt, Jungferchen,« ruft sie mit kreischender Stimme, »kauft Euch einen Zettel! So Ihr den im Hause habt, geschieht Euch alles, was Ihr wünscht, wär's noch so viel.«

Die Dirne schaut verlegen bald auf die Alte, bald auf die Zettel.

»Zeigt mir 'mal!«

Die Alte breitete ein Stück Papier aus. Auf demselben stehen folgende Buchstaben:

I. C. H. G.
D.
W.
S.
M. S. P.

»Und was soll dies heißen?« fragte das Mädchen.

»Das heißt, merk' fein auf,« mahnte die Alte und fingerte an den Buchstaben, »das heißt also: Ich Christus Heiße Geschehen Dies Wunder Sei Sehend. Und hier M. P. das bedeutet, daß unser Herr den Zettel selbst geschrieben hat. Wird also wohl ein wertvolles Schreiben sein!«[D]

»Ei freilich!« stammelte die Dirne. »Ist aber der Zettel auch geweiht?«